B67n: Initiative kämpft für Alternative

Kervenheim/Uedem : B67n: Initiative kämpft für andere Route

Über die Strecke, die die beiden Autobahnen verbinden soll, wird viel diskutiert. Sie würde auch eine schnellere Anbindung der rechten Rheinseite an Kevelaer und Weeze bedeuten. Gestritten wird um die richtige Trassenführung.

Die B67 ist momentan nicht gerade die beliebteste Verbindung. Wer von der A3 über die Bundesstraße zur A57 fahren will, muss sich auf lange Staus einstellen. Vor allem die Rheinbrücke in Rees ist derzeit ein Nadelöhr. Gleichwohl ist die Strecke eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Autobahnen. Daher ist es seit vielen Jahren ein Wunsch, dass die B67 bis zur Anschlussstelle in Kervenheim weiter ausgebaut wird. Wie groß der Wunsch ist, zeigt auch die Tatsache, dass die Stadt Kalkar das große Schild mit der Aufschrift „Nicht warten - starten“ gerade erst erneuert hat. Eben um damit deutlich zu machen, dass man weiter auf einen Bau der Trasse drängt.

Dieser wird von vielen geteilt. Unterschiedliche Meinungen gibt es allerdings über die Streckenführung der neuen Trasse. In der vergangenen Woche wurde das Tourismuskonzept für Uedem im Rathaus vorgestellt. Hauptattraktion für Besucher war demzufolge die Kulturlandschaft mit dem Uedemer Hochwald und dem Naturschutzgebiet Uedemer Bruch.

„Doch der Entwicklung des sich daraus ergebenden Potenzials für Rad- und Wandertouristen stehen die Pläne zum Bau der B67n entgegen, die mitten durch diese Landschaft verlaufen soll“, meint die Bürgerinitiative „Uedem Einzigartig“. Diese lädt für Montag, 8. Oktober, ein, um die Alternativroute L5n vorzustellen, die nach Ansicht der Initiative den Uedemer Ortskern effektiv entlasten und die einzigartige Landschaft bewahren würde.

Die Planungen zur B67 gehen auf die 1960er Jahre zurück. Ziel sollte damals der „Lückenschluss“ zwischen der heutigen A3 und A57 sein. Dieser existiere mittlerweile mit der A42. Mit zunehmendem Pendler- und Schwerlastverkehr ist inzwischen eine Ortsumgehung für Uedem das drängendere Problem geworden. „Eine Alternativplanung für die L5n, die dies mit deutlich weniger Flächenverbrauch erreicht, liegt seit Jahren vor und wurde auch im Landschaftsplan für Uedem von 2010 berücksichtigt“, so die Bürgerinitiative in einer Mitteilung. Dennoch finde diese aus Sicht vieler Uedemer bessere Alternative nicht die Unterstützung des Gemeinderats. „Wir setzen uns dafür ein, wieder Transparenz in das Verfahren zu bringen, um die für Uedem tatsächlich beste Lösung zu erzielen“, sagt Matthias Erretkamps, Sprecher von „Uedem einzigartig“.  Eine aktuelle Unterschriftenaktion, die den Uedemer Bürgermeister und den Rat auffordert, sich für die Bewahrung der wertvollen Kulturlandschaft und für die Umsetzung der Pläne zur L5n einzusetzen, habe mittlerweile mehr als 1300 Unterstützer gefunden. Die Aktion läuft noch.

Der Infoabend von „Uedem Einzigartig“ am 8. Oktober findet von 19 bis 21 Uhr im Gästehaus im Grünen, Uedemerfelder Weg 32, in  Uedem statt.

Mehr von RP ONLINE