Auf der Burg in Kervenheim ist der Mai begrüßt worden.

Brauchtum : Kervenheim feiert Maifest an der Burg

Mehr als zehn verschiedene historische Traktoren, ein abwechslungsreicher Trödelmarkt und die schon traditionellen Reibekuchen: Viele Besucher kamen, um das Fest des Heimatvereins mitzufeiern.

Bei angenehmen Temperaturen tummelten sich zahlreiche Besucher beim Fest an der Burg in Kervenheim.

„Das einzige, was wir dieses Mal nicht haben, ist Live-Musik“, verriet Hans-Gerd Ripkens, der 1. Vorsitzende des Kervenheimer Heimatvereins. „Bei den letzten beiden Malen fiel das Fest immer wieder ins Wasser, und es kamen nicht so viele Besucher, was heute glücklicherweise anders ist. Da es dieses Jahr läuft, denken wir darüber nach, fürs nächste Jahr wieder jemanden für die Musik zu engagieren.“

Das Fehlen der rockigen Klänge machte das gemütliche Beisammensein nicht weniger charmant. Alle Akteure waren mit Herzblut dabei. Die Pfadfinder kümmerten sich unter anderem um das Stockbrotbacken und das Kinderschminken.

Das ganze Dorf hatte Kuchen gesponsert, der für große Augen und großes Interesse sorgte. Das eingenommene Geld geht an den örtlichen Heimatverein. „Denn neben unseren Beiträgen ist das immer unsere Haupteinnahmequelle, um im Jahr Aktionen zu organisieren“, so Ripkens. Dazu kam der große Reibekuchenverkauf: „Denn der gehört einfach schon traditionell zum Mai-Fest dazu.“

Seit mehr als 20 Jahren findet das Maifest bereits statt, doch das ist noch gar nichts gegen das historische Alter, das die ausgestellten Zugmaschinen bereits erreicht hatten.

Ein „Schlüter“ mit 22 PS aus dem Jahre 1956 oder auch ein „22er Lanz Allzweck“ von 1954 konnten in aller Ruhe besichtigt werden. Mehr als zehn verschiedene, schön instandgehaltene Traktoren waren an diesem Tag vor Ort.

Beim Maifest gab es noch viele Dinge aus der Vergangenheit zu entdecken: Der Trödelmarkt bot zahlreiche alte Schätze, von 30 Jahre alten Comics über Godzilla-Figuren aus den 80er Jahren bis hin zu selbstgemachten Kunstwerken aus alten Gegenständen. Letztgenannte hatte Melanie Jirousch aus Goch dabei. „Ich mache neue Sachen aus Schrott, aus all dem, das andere Leute wegwerfen“, erklärte sie. „Mein Mann hat mir vor zwei Jahren einen Schweißkursus geschenkt und seitdem bin ich dabei.“ Ihre Lieblingsfigur, eine Kuh aus einer Heliumflasche mit einem Spatenkopf und einem Fahrradlenker als Geweih, konnte sie bereits kurz nach Beginn des Marktes verkaufen.

„Hier auf dem Fest ist eine schöne Auswahl“, lobte Besucherin Marion Schneider. „Das mit der Burg gibt dabei so eine schöne Stimmung, richtig familiär.“ Den gesamten Tag über schmückten die jungen Besucher den Maikranz, der zum Abschluss des traditionellen Beisammenseins am Nachmittag aufgehängt wurde.