1. NRW
  2. Städte
  3. Kevelaer

Auch im afrikanischen Niger gab es bisher zu wenig Regen.

Dürre bedroht die Menschen : APH: Hungersnot im Niger wird schlimmer

Seit Wochen Sonne pur, Sommer ohne Ende am Niederrhein. Doch seit Wochen hat es auch nicht geregnet. Auch im afrikanischen Niger gab es bisher zu wenig Regen, viel zu wenig. Es herrscht eine Dürre, die die Menschen existenziell trifft und tödlich sein kann – anders als in Deutschland.

„In einigen Sahel-Ländern, zu denen auch das westafrikanische Land Niger gehört, hungern und verhungern die Menschen. Kinder werden hineingeboren in eine Situation ohne Nahrungsmittel. Die Menschen haben nicht das Geld, Nahrungsmittel wie Mais und Hirse in den Nachbarländern zu kaufen. Sie sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen, die sich an ihre Seite stellen und ganz einfach teilen“, macht Dr. Elke Kleuren-Schryvers von der Stiftung „Aktion pro Humanität“ (APH) auf die aktuelle Situation aufmerksam. Sie freut sich, dass die Menschen am Niederrhein und auch weit darüber hinaus immer wieder helfen und teilen. Eine medizinische Basisversorgung wurde errichtet und in den Krisen erhielten die Menschen immer wieder Unterstützung.

In diesem Jahr führt die Dürre im Niger zur schwersten Hungerkrise seit fünf Jahren. Millionen Menschen hungern im Sahel, weil die Nahrungsmittelspeichern leer sind. Erzbischof Laurent Lompo berichtet Erschütterndes: „Die Menschen essen Blätter und Termiten, um ihr Hungergefühl zu mindern. Sehr schwer betroffen sind noch die Regionen Dolbel und Dogan Dutchi trotz erster Hilfen – auch vom Niederrhein. Der Staat hat die Nahrungsmittelkrise deklariert. Doch die Hilfe der internationalen Organisationen läuft langsam an. Allein mehr als drei Millionen Kinder sind betroffen. Und die Zahlen steigen rasant in diesen Tagen. Die Feeding-Center der Erzdiözese Niamey, in denen schwerst mangelernährte Kinder behandelt werden, wer-den von immer mehr Müttern mit ihren Kindern aufgesucht. Zwei neue provisorische Ernährungscamps in ländlicher Region mussten errichtet werden. Rund 100 Kinder im Alter bis zu fünf Jahren müssen momentan täglich versorgt werden. Tendenz steigend in den nächsten zwei bis drei Monaten. Spezialmilchprodukte werden benötigt, um die schwer und schwerst unterernährten Kinder zu versorgen. Die schwangeren Frauen und die stillenden Mütter sind am Ende ihrer Kräfte. Sie wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder beruhigen und mit ihnen überleben sollen.“

Vom Niederrhein aus werden landwirtschaftliche Projekte gefördert, geplant ist beispielsweise ein großes Wasserrückhaltebecken zur Bewässerung von Feldern. Es gelte jetzt, auf die notleidenden Menschen im Sahel zu schauen. Vor allem die schwangeren Frauen und Kinder ständen noch einmal im Fokus. Ein Sack Hirse als Nahrungsmittel für die Erwachsenen und älteren Kinder kostet 50 Euro und reicht einen Monat lang für eine acht- bis zehnköpfige Familie. „Zwei bis drei Monate gilt es noch zu überbrücken, wenn es dann eine neue Ernte gibt …“, hofft Kleuren-Schryvers auf Besserung und ruft die Menschen dazu auf, zu teilen.