Weeze: Angst vor Tierseuchen: Zoll ist in Alarmbereitschaft

Weeze: Angst vor Tierseuchen: Zoll ist in Alarmbereitschaft

In Nordosteuropa grassiert zur Zeit eine Schweinepest. Landwirte im Kreis Kleve sind besorgt, dass die Seuche eingeschleppt wird. Reisende am Flughafen Weeze müssen sich auf Kontrollen einstellen.

Zur Hauptreisezeit in den Sommerferien schlägt der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Geldern, Heinz Lax, Alarm: "Wir Landwirte machen uns Sorgen, dass Erreger gefährlicher Tierseuchen bei der Rückkehr von Urlaubern nach Deutschland eingeschleppt werden." Die Angst um die Tiergesundheit kommt nicht von ungefähr. In Teilen des Baltikums, Russlands und Polens grassieren zur Zeit sowohl die Klassische als auch die Afrikanische Schweinepest. "Ein Einschleppen dieser Art der Schweinepest", so Lax, "hätte schlimme Folgen, denn gegen die Afrikanische Schweinepest existiert bislang kein Impfstoff." Aus nordafrikanischen Ländern und der Türkei werden außerdem immer mehr Fälle von Maul- und Klauenseuche bekannt.

Die Kreisbauernschaft warnt Reisende davor, unbekümmert mit Lebensmitteln aus den betroffenen Ländern umzugehen und bittet inständig, die aktuellen Warnhinweise zu beachten und eventuell mitgeführte Produkte zur Kontrolle vorzuzeigen. Mit Hinweistafeln werden Fluggäste in Weeze über Kontrollen und mögliche Gefahren informiert.

  • Hintergrund : Gefährliche Tierseuchen der Region

Auch die Bediensteten des Zolls am Flughafen Weeze sind gewarnt. "Wir führen vor Ort stichprobenartige Kontrollen durch", versichert Norbert Schiwon, Sprecher des Hauptzollamtes Duisburg, das für die Kontrollen am Weezer Flughafen zuständig ist. "Reisende, die aus Litauen, Lettland oder Polen nach Deutschland einreisen", sagt Ruth Keuken vom Kreis Kleve, "müssen damit rechnen, dass ihnen mitgebrachte Lebensmittel abgenommen und entsorgt werden." In Weeze landen mehrmals wöchentlich Flugzeuge aus der lettischen Hauptstadt Riga. Ruth Keuken: "Wir raten Reisenden davon ab, aus diesen Ländern Lebensmittel einführen zu wollen." Im Zweifelsfall gelte, so Norbert Schiwon vom Hauptzollamt: "Werden Zollbedienstete auf Pflanzen oder Tierprodukte aufmerksam, deren Herkunft unklar ist oder die möglicherweise wegen Artenschutz nicht eingeführt werden dürfen, werden Experten der örtlichen Behörden hinzugezogen." Dies können dann beispielsweise Mitarbeiter des Kreisveterinäramtes sein.

Ungeachtet der in Nordafrika grassierenden Maul- und Klauenseuche herrscht beim Zoll erhöhte Aufmerksamkeit, auch bei den Flügen aus Marokko, die aus Agadir, Fes, Marrakesch und Oujda starten und in Weeze landen. Norbert Schiwon: "Da Marokko nicht Mitglied der EU ist, gelten für die Einfuhr von Pflanzen- und Tierprodukten für Privatleute ohnehin schon strenge Regeln." Spätestens, seitdem erst im Juni mehrere Schildkröten, die dem Wasghingtoner Artenschutzabkommen unterliegen, auf einem Flug aus Marokko beschlagnahmt wurden (die RP berichtete), sind die Beamten am Flughafen Weeze sensibilisiert. Außerhalb des Luftverkehrs rät Ruth Keuken vom Kreis Kleve: "Wer mit Haustieren verreist, sollte sich im Klaren sein, dass auch auf diesem Wege Krankheiten eingeschleppt werden können. Deshalb sind Impfungen für Tiere so wichtig."

(buer)