Aus Angst vor der Geflügelpest Tierpark Kleve schafft Pfauen ab, Weeze behält sie

WEEZE/Kleve · Aus dem Tierpark Kleve sind die Pfauen verbannt worden, in Weeze dürfen sie bleiben. Darum reagieren die Zoos im Kreis so unterschiedlich.

 Die Pfauen haben den Tiergarten Kleve verlassen.

Die Pfauen haben den Tiergarten Kleve verlassen.

Foto: Tiergarten

Unheilbare Viruserkrankungen bereiten den Zoos in Deutschland zusehends Sorge. Nicht nur, dass die Afrikanische Schweinepest sowie die Geflügelpest der Region näherkommen. Auch andere Krankheiten können den Tierbeständen gefährlich werden, wie der Blick gen Dortmund zeigt. In dem Ruhrpott-Zoo mussten zuletzt 48 Mönchsittiche eingeschläfert werden, die mit der tödlichen Virus-Erkrankung „Psittacine Beak and Feather Disease“ in Kontakt gekommen waren.

„Man hört immer wieder von großen Seuchen, die auch in Zoos für Probleme sorgen. Das bereitet uns ebenfalls Kopfzerbrechen“, sagt Martin Polotzek, Leiter des Klever Tiergartens. Derzeit seien vor allem Einrichtungen in Ostdeutschland betroffen. „Mit der Geflügelpest müssen wir aber mittlerweile auch ganzjährig rechnen, obwohl das in der Vergangenheit fast nur im Winter ein weitverbreitetes Phänomen war“, sagt Polotzek. So habe man schon vor geraumer Zeit Notfall- und Seuchenpläne erarbeitet, die allerdings stetig weiterentwickelt würden.

Die Afrikanische Schweinepest ist vielerorts auf dem Vormarsch, aus Osteuropa kommend. „Das ist hierzulande eine bedeutsame Seuche, die rigoros bekämpft werden muss, weil wir viele Betriebe mit Massentierhaltung haben, in denen mehrere Hundert Schweine in einem Stall leben“, sagt Polotzek, der in Kleve etwa das aus Ungarn stammende Wollschwein sowie das Bentheimer Schwein hält. Gesetzlich sei mittlerweile vorgeschrieben, dass Schweine im Zoo nicht mehr am Außenzaun gehalten werden dürfen. „Sonst könnten sie nämlich in Kontakt mit Wildschweinen kommen“, sagt Polotzek im Gespräch.

Um der Geflügelpest Einhalt zu gebieten, habe man sich zudem vor wenigen Wochen dazu entschieden, die Pfauen-Haltung aufzugeben. Die Tiere sind nach Bielefeld umgezogen. „Bislang liefen die Pfaue bei uns frei herum. Es wäre ein Riesenakt gewesen, sie einzufangen, wenn es zu einem Ausbruch der Geflügelpest gekommen wäre“, sagt Polotzek. Zudem komme dann die Pflicht auf den Tiergarten zu, die Tiere einzustallen.

Während Kleve die Pfauen abgeschafft hat, gibt es im Tierpark Weeze noch ein Päärchen, das auch frei herumläuft. Die Anlage war, wie berichtet, vor einiger Zeit von Vogelgrippe betroffen. Das ist überstanden. Während die Hühner in dieser Zeit in den Stall mussten, erlaubte die Verordnung, dass die Pfauen weiter frei herumlaufen durften. Auch die Tauben konnten weiter frei fliegen.

Um sich künftig vor der Vogelgrippe zu schützen, soll kein Wassergeflügel mehr angeschafft werden. Außerdem werden die Hühner und Puten jetzt im Stall gefüttert, damit sich keine Wildvögel darunter mischen können.

Tierpark-Leiterin Marie-Christine Kuypers ist es wichtig, sachlich mit dem Thema „Tierseuchen“ umzugehen. Ein gewisses Risiko gebe es immer, schließlich sei ein Tierpark ein öffentlicher Raum. Man müsse verantwortungsvoll mit dem Gegebenheiten umgehen und das Risiko einer Infektion so gut es geht minimieren.

Wegen der Schweinepest macht sie sich keine großen Sorgen. Aktuell werden im Tierpark drei Bentheimer Sauen und ein Pietrain Eber gehalten. Wildschweine gibt es nicht mehr. Die haben den Park allerdings nicht wegen der Furcht vor der Schweinepest verlassen, sondern weil das Gehege repariert werden muss. Wenn das saniert ist, sollen irgendwann auch die Wildschweine nach Weeze zurückkehren.

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