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Ampelmännchen und Genderdiskussion in Kevelaer

Rat stimmt für Busmann als Ampelmann in Kevelaer : Ampelfigur: Muss es denn ein Mann sein?

Der Rat hat Grünes Licht für den Busmann als Ampelmännchen in Kevelaer gegeben. Die Grünen stimmten zu, weil nicht zu erkennen ist, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt.

Puh, das war knapp. Da hätte es um ein Haar doch noch beinahe eine – wenn auch nicht ganz ernstgemeinte – Gender-Diskussion um das neue Ampelmännchen gegeben. Im Rat gaben alle Parteien ihr Okay, den traditionsreichen Busmann als Ampelmännchen einzusetzen.

Auch die Grünen votierten schließlich dafür, wobei Grünen-Ratsherr Wolfgang Röhr zuvor noch süffisant erklärte, man könne guten Gewissens zustimmen, weil im stilisierten Ampel-Busmann ja nicht zu erkennen sei, ob es ein Mann oder eine Frau sei.

Ein Wort wie „Ampelmännchen“ ist offenbar in heutiger Zeit nicht mehr ganz politisch korrekt.

CDU-Fraktions-Chef Mario Maaßen regte an, doch künftig von einer Ampelfigur zu sprechen. Vertieft wurde das Ganze dann aber doch nicht mehr. Bürgermeister Dominik Pichler verwies darauf, dass im Beschluss eindeutig von einem „Busmann“ die Rede sei und atmete nach dem einstimmigen Votum auf: „Gut, dass wir noch um eine Genderdiskussion herumgekommen sind.“

Die haftungsrechtlichen Bedenken des Ordnungsamtes waren gar kein Thema mehr. Jetzt kann der Busmann als Ampelmännchen also bald seinen Dienst antreten.

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Die Idee stammt von der Abteilung für Tourismus der Stadtverwaltung.  Spezielle Ampelmännchen seien auch eine Werbung für die Stadt, heißt es. In Mainz etwa spazieren die Mainzelmännchen auf den Ampeln, in Emden Otto Waalkes. In Kevelaer soll es demnächst der Busmann sein. Einen Entwurf gibt es schon. Natürlich in zwei Ausführungen, einmal für den roten wartenden Busmann und dann für den grünen laufenden, der stark der Figur in der Busmannstraße nachempfunden ist. Ob die Figur ein Mann oder eine Frau ist, ist im Entwurf nicht zu erkennen.

Aus Sicht der Tourismusabteilung ist das Ampelmännchen auch eine Möglichkeit, um City und Hüls noch besser zu verbinden. Vorgeschlagen ist nämlich, die Kreuzung Walbecker Straße / Kroatenstraße / Twistedener Straße mit den Busmann-Ampeln auszustatten. Der Bereich liegt unmittelbar vor der Hüls, auf der ja der Solegarten St. Jakob mit dem Gradierwerk angelegt wurde.

Die Kosten sollen bei um die 2000 Euro liegen.