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Am Bahnhof in Kevelaer entsteht ein neues Wohnheim der Lebenshilfe Gelderland

Neues Wohnheim der Lebenshilfe in Kevelaer : Zentraler Standort für die Lebenshilfe

Mitten in Kevelaer baut die Sozial-Organisation ein neues Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Über die Gestaltung gab es im Vorfeld einige Diskussionen, jetzt wurde der Grundstein für das Gebäude am Bahnhof gelegt.

Am Anfang standen lange Diskussionen. Der Politik schmeckte die Planung der Lebenshilfe Gelderland am Bahnhof nicht so recht. Jedenfalls entwickelte sich bei der Vorstellung des Projektes im Jahr 2016 eine zähe Debatte. Dabei ging es vor allem um die Gestaltung des Hauses. Das passe sich so nicht ins Umfeld ein, so die Politiker. Eine Kritik, die sich die Lebenshilfe zu Herzen nahm, wie Günter Voß berichtet. „Wir haben daraufhin umgeplant, statt eines Flachdaches wird das Gebäude jetzt ein Dach mit 30 Grad Neigung bekommen“, erläuterte der Geschäftsführer der Lebenshilfe Gelderland jetzt, als der symbolische Grundstein gelegt wurde. Längst seien die Diskussionen Vergangenheit, das Gebäude passe bestens in die Umgebung. Ohnehin sei es gerade die Lage, die aus Sicht der Lebenshilfe dafür gesprochen hatte, das Grundstück zu kaufen. Das neue Wohnheim wird in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs entstehen, es ist zentrumsnah, so dass die Bewohner alles recht schnell auch zu Fuß erreichen können.

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Das bisherige Wohnheim an der Holbeinstraße entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Vor allem ist das Gebäude nicht barrierefrei. Und einige der künftigen Bewohner des neuen Gebäudes nutzten die Grundsteinlegeung, um sich den Standort ihres neuen Zuhauses schon einmal anzusehen.

Wenn alles glatt geht, sollen sie im Juni 2021 ihre neuen Zimmer am Bahnhof beziehen können. 12 Bewohner der Holbeinstraße werden in die stationäre Wohnbetreuungseinrichtung wechseln. Neu in dem Gebäude werden vier ambulante Wohnappartements sein, die sich im Obergeschoss befinden.

„Wir sind davon überzeugt, dass dieses Projekt mehr als gut angenommen und nicht das letzte seiner Art sein wird“, so Günter Voß.

Die Lebenshilfe Gelderland will mit dem Projekt am Bahnhof auch den Fokus auf den sozialen Wohnungsmarkt richten. „Der soziale Wohnungsbau muss in der Stadtentwicklung mehr Berücksichtigung finden“, meint Günter Voß, „vor allem Menschen mit Behinderungen stehen als letztes Glied in der Kette. Viele Vermieter verspüren große Unsicherheiten, überhaupt an diesen Personenkreis zu vermieten. Dem möchten wir entgegenwirken.“ Dadurch schaffe die Lebenshilfe Gelderland Wohnraum in Citynähe, der auch von sozial schwachen Menschen zu finanzieren ist.

Die Wohnangebote würden nach neuesten Standards der Barrierefreiheit errichtet. Es gehe vor allem darum, Menschen mit Unterstützungsbedarf ein optimales Zuhause zu bieten. „Menschen mit Behinderungen haben auch Anspruch auf ein eigenes Zuhause. Es muss selbstverständlich sein, dass sie einen gesellschaftlich als normal empfundenen Lebensweg verfolgen“, betont Adelheid Ackermann, die Vorstandsvorsitzende.

Die neuen Appartements sollen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, sei das Ziel. „Dort, wo Hilfe benötigt wird, ist sie – dank der Gelderner Lebenshilfe – vor Ort. Das ermöglicht Eigenständigkeit und stärkt das Selbstbewusstsein“, heißt es.