Airport Weeze wird zur Teststrecke für autonomes Fahren

Autonomes Fahren am Airport Weeze: Ohne Fahrer zum Abflug

Der Airport Weeze wird zur Teststrecke für autonomes Fahren. Bis zum Jahresende soll dort versuchsweise ein Kleinbus unterwegs sein, der sich selbstständig die Route sucht. Es handelt sich dabei um ein Euregio-Projekt.

Aufmerksamen Besuchern am Flughafen sind die neuen Schilder bereits aufgefallen. „Vorsicht Autonomes Fahrzeug“ steht auf Hinweistafeln am Airport. Tatsächlich sind das die ersten Vorbereitungen, um zwei Teststrecken für selbstfahrende Autos in Weeze einzurichten. Hintergrund ist das Euregio-Projekt Interreg Automated Transport (I-AT), das unter Federführung der Provinz Gelderland in den Niederlanden läuft. Ziel ist, Erfahrungen im Bereich des autonomen Fahrens unter Praxisbedingungen zu sammeln. Das Projekt baut auf einem Pilotvorhaben der Provinz Gelderland Partnern auf, bei dem zwei selbstfahrende Autos, die „Wepods“, auf öffentlichen Straßen der Städte Ede und Wageningen eingesetzt wurden. Im Rahmen des I-AT-Projekts wird jetzt der autonome Transport von Passagieren und Gütern grenzüberschreitend untersucht und erprobt.

Was passiert in Weeze? Bald wird auf deutscher Seite getestet. Ziel ist, dass bis zum Ende des Jahres ein kleiner Bus ganz alleine die Fahrt auf zwei Routen am Airport aufnimmt. Der kleine Sechssitzer sieht futuristisch aus, es wirkt fast so als wenn ein Mini-Zugabteil unterwegs ist. Der Airport hat für das Fahrzeug zwei Strecken zur Verfügung gestellt. Einmal soll das autonome Auto zwischen dem Terminal und dem Parkplatz P 2 unterwegs sein. Außerdem soll es Hotelgäste vom Best-Deal-Hotel zum Terminal und zurück bringen. Auf den Routen gilt Tempo 30.

Die Schilder stehen am Airport Weeze bereits.⇥Foto: Knechten Foto: Knechten

Wie funktioniert das? Gesteuert wird das Fahrzeug über Radar und spezielle Sensoren. An Bord ist erst einmal ein Stewart, der im Notfall eingreifen kann. Geht alles nach Plan, soll der selbstfahrende Minibus noch in diesem Jahr am Airport unterwegs sein. Ende November steht die TÜV-Abnahme des Fahrzeugs an, danach soll es die ersten Testfahren geben, bevor der Wagen dann in den Regelbetrieb geht.

In der Stadt Wageningen durften Bürger testweise schon einmal mit dem kleinen Bus über den Uni-Campus fahren. Foto: IAT/IAT Website
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Wie reagiert der Wagen auf unerwartete Ereignisse, etwa wenn ein kleines Kind auf die Straße rennt? Der Wepod erkennt Objekte in Reichweite der Sensoren und stoppt. Sobald die Gefahr gebannt ist, wird die Fahrt fortgesetzt. Dies erfolgt dann entweder automatisch oder nach Freigabe durch einen Steward/Operator. Der Wagen weicht nicht aus und kann auch nicht durch Hindernisse hindurchsehen. Ergänzend zu den Sensoren liest der Wagen auch seine digitale Karte, auf der ebenfalls Informationen aufgenommen sind. So kann beispielsweise vor einer unübersichtlichen Stelle abgebremst werden.

Wie weiß der Wepod wann er Vorfahrt hat? Der Wagen kann unterschiedlichste Verkehrssituationen (Szenarien) verarbeiten. Da sich die Software noch in der Entwicklung befindet, können kontinuierlich weitere Szenarien möglich werden. Der Wepod kann nun die Situationen entlang der Route verarbeiten, für die eine Zulassung besteht. Im Labor werden neue Szenarien getestet, so werden momentan Modelle entwickelt, die für neue Routen erforderlich sind. Beispiele sind das Linksabbiegen durch den entgegenkommenden Verkehr der Gegenfahrbahn und über einen Radweg oder das Fahren durch den Kreisverkehr.

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