Weeze: Airport: Katzen fangen und kastrieren

Weeze: Airport: Katzen fangen und kastrieren

Nach falschen Angaben im Internet über die Katzenpopulation am Flughafen war ein regelrechter Krieg der Tierfreunde ausgebrochen. Aber: Es gibt gar keine Plage. Seit dem Wochenende ist klar, wie sich um die Samtpfoten gekümmert wird.

Die Emotionen waren hoch gekocht. Die Reaktionen im sozialen Netzwerk waren alles andere als sozial. Christa Varol spricht von "einem Shitstorm gegen den Flughafen ohne jegliches Hintergrundwissen". Varol ist im Vorstand der Tierfreunde Paderborn. An die erging der Hilferuf, 200 verwilderte Katzen würden auf dem Airportgelände in Weeze hausen. Damit nahm alles seinen eher unglücklichen Lauf.

Dem Ordnungsamt Weeze sind die Gerüchte bekannt. Ordnungsamtsleiter Georg Koenen beruhigt. "Von einer Plage, wie in den sozialen Netzwerken verkündet, kann keine Rede sein. Ansonsten hätten wir uns schon mit dem Veterinäramt in Verbindung gesetzt." Es streite keiner ab, dass sich auf dem Flughafengelände Katzen befänden. "Aber die wurden zum Teil auch von den Bewohnern mitgebracht."

Die wiederum wurden in Angst und Schrecken versetzt. Nicole Giovannelli von den Tierfreunden Paderborn spricht von einer "wahnsinnigen Unruhe, weil jeder losstiefelte". Vermeintliche Tierfreunde nutzten die Informationen aus dem sozialen Netzwerk und starteten eine Eigeninitiative, mit chaotischen Folgen. "Unter anderem wurde sogar eine Katze gerettet, die schon längst einen Besitzer auf dem Airport hatte", sagt Giovannelli. Sie hat sich ein Bild vor Ort gemacht. Von 200 Katzen keine Spur. Der Flughafen äußert sich zudem folgendermaßen: "Die Zählung der freilaufenden Katzen auf dem Gelände hat ergeben, dass sich hier maximal 30 Tiere bewegen. Unmittelbar nach der Erfassung hat die Flughafengesellschaft ein Fütterungsverbot für diese Tiere auf dem Flughafengelände herausgegeben. Wir werden die Entwicklung des Katzenbestands weiter beobachten und - falls erforderlich - in Abstimmung mit der Gemeinde und dem Veterinäramt weitere Maßnahmen beraten."

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Der Bund deutscher Tierfreunde ist Träger des Gnadenhofs in Weeze. Der ist, um einmal im Bild zu bleiben, nur einen Katzensprung vom Airport entfernt. Auch Betreiberin Beate Mühlenberg bekam die aufgebrachte Stimmung unter den Katzenfreunden zu spüren. "Das Telefon stand nicht mehr still", sagt Martina Klein, Vorsitzende des Bundes deutscher Tierfreunde. "Jeder wollte ein bisschen tun", beschreibt Klein, was sich hinter den Kulissen abspielte. Das Hin und Her im sozialen Netzwerk hat den Tieren nichts genützt. Damit soll jetzt Schluss sein. "Wir werden das Bestmögliche rausholen für die Tiere", verspricht Klein. Die geschätzt 30 Samtpfoten werden in Zukunft, wenn die Witterungsverhältnisse es zulassen, kastriert. "Das ist wichtig, um die Population zu senken", sagt die Vorsitzende.

Damit in Zukunft alles in einer Hand ist, haben die Tierfreunde Paderborn am Wochenende Geldspenden an den Gnadenhof Weeze übergeben. Außerdem werde sich um die tierärztliche Versorgung der Tiere gekümmert. Die Katzen werden geimpft und gechipt, damit sie zuzuordnen sind.

(RP)
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