Abschlussfeier an der Haupt- und Realschule Kevelaer

Kevelaer : Adieu, Haupt- und Realschule

Bei der offiziellen Verabschiedungsfeier ergriff Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler das Wort. Er sprach von den Schulen als „zwei geliebte Kinder“. Schulamtsdirektorin Angelika Platzen stellte die Vorteile der Hauptschule vor.

„Für Haupt- und Realschule ist es heute zwölf Uhr“, sagte Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler am Freitag im Foyer des Schulzentrums bei der offiziellen Verabschiedungsfeier der Haupt- und Realschule. „Wir verabschieden uns heute von zwei liebgewonnenen Kindern“, gebraucht er ein Bild.

Mit Beschluss des Kevelaerer Stadtrats im Jahr 2013 wurden die Weichen für das Ende einer Ära gestellt, das Ende von Haupt- und Realschule in Kevelaer. „Es ist ein Einschnitt, ein deutlicher Einschnitt, der politisch so gewollt war“, erklärte der Bürgermeister.

Die letzte Entlassfeier beider Schulen sei in diesem Jahr noch emotionaler als sonst gewesen. „Wir leben in einer sich ständig verändernden Welt, in der sich auch die Schullandschaft ändert“, erklärte Pichler.

„Die Schulform Hauptschule kränkelte bereits seit vielen Jahren und fand kaum Anerkennung in der Bevölkerung“, sagte Schulamtsdirektorin Angelika Platzen am Rednerpult. „Die Hauptschule erlebt ihren 51. Geburtstag leider nicht mehr“, stellt Platzen mit Wehmut fest. Dabei gehöre die Städtische Gemeinschaftshauptschule zu den kreativen und innovativen Schulen, die stets den Anforderungen und den individuellen Bedürfnissen ihrer Schüler gerecht geworden sei, erklärte sie. Im Bereich der Inklusion haben die Hauptschulen eine Vorreiterrolle eingenommen. Auch das Thema der Sprachintegration wurde ab 2015 verfolgt und in den Schulalltag der Lehrkräfte integriert. „Viele gute Reformen und Veränderungen wurden hier vollzogen“, erklärte Platzen. Trotzdem muss die Hauptschule, genau wie die Realschule, nun weichen.

Hauptschulleiterin Renate Timmermann unterrichtete mehrere Jahrzehnte an der Schule. Auch wenn das Kapitel ihrer Schule endet, wünscht sie sich, dass es in Kevelaer mit der Bildung so gut weitergeht wie bisher und dass die neue Gesamtschule den individuellen Ansprüchen ihrer zukünftigen Schüler gerecht wird. Ebenso hofft Realschulleiter Tobias Jaschke, dass der Stadtrat sein politisches Engagement weiterhin nutzt, um das Thema Bildung hochzuhalten.

An Gesamtschuldirektor Christoph Feldmann übergaben Timmermann und Jaschke drei Bilder, die in den alten Schulgebäuden hingen. Erinnerungen, die wohl auch einen Platz im neuen Schulgebäude der Gesamtschule finden werden. Dominik Pichler bekam als Bürgermeister der Stadt symbolisch zwei große, goldene Schlüssel von den beiden Schulleitern überreicht.

Winfried Janssen, ehemaliger Schulleiter der Theodor-Heuss-Hauptschule, nahm die Schulglocke in Obhut. Diese wurde in all den Jahren traditionell an alle Kevelaerer Hauptschulleiter weitergegeben.

Der melancholische Liedtext von Trude Herrs „Niemals geht man so ganz“ wurde im Anschluss an die Redner gespielt. Eins darf beim Abschied nehmen nicht fehlen: „Was ist eine Beerdigung ohne Beerdigungskaffee?“, fragte Pichler in die Runde.

Somit pilgerten Ratsmitglieder, Lehrer und alle weiteren Gäste rüber zur Mensa, um sich dort in einer etwas lockereren Atmosphäre von den Kevelaerer Schulen zu verabschieden.

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