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88-jährige Marga Hiep aus Weeze schreibt Gedicht über Corona

Gedicht von Marga Hiep aus Weeze : Corona in Versform

Marga Hiep aus Wemb schreibt regelmäßig ihre Gedanken in Reimform nieder. Auch zur aktuellen Situation hat sie ein Gedicht verfasst.

Schon die Schrift ist ein kleines Kunstwerk. Mit elegantem Federstrich hat Marga Hiep ihre Gedanken zur Coronakrise zu Papier gebracht, ihre Sorgen über eine Pandemie, die auch sie mit ihren 88 Jahren noch nicht erlebt hat. „Das hat bisher noch niemand gekannt, die Welt ist im Ausnahmezustand“, heißt es in den Versen, die Marga Hiep jetzt niedergeschrieben hat. Zeilen, in denen sie aber auch ihre Hoffnung zum Ausdruck bringt, dass das Virus geht, die Gebete erhört werden und vor allem die Menschen das Danken nicht vergessen.

In Wemb und Weeze ist die rüstige Seniorin dafür bekannt, dass sie Texte und Gedichte zu vielen Anlässen schreibt. „Wenn irgendwo was ist, dann macht sie ein Gedicht“, heißt es. Egal ob Jubiläum, runde Geburtstage oder Jubelhochzeiten – Marga Hiep greift zum Stift und gießt ihre Gedanken in Versform. Und immer wieder kommentiert sie in ihren Gedichten auch das Zeitgeschehen.

Coronagedicht von Marga Hiep aus Weeze Wemb. Foto: ja/Gemeinde Weeze

Denn trotz ihres hohen Alters verfolgt sie noch aufmerksam das Geschehen in der Welt. Die Lektüre der Rheinischen Post gehört für sie zu jedem Tag einfach dazu. So hält sie sich auch in der Coronakrise auf dem aktuellen Stand. Und es lag auf der Hand, dass sie auch zu dieser besonderen Situation ein Gedicht schreibt.

Marga Hiep aus Wemb ist dafür bekannt, dass sie Gedichte und Texte schreibt. Foto: ja/Gemeinde

Schließlich ist sie als Seniorin auch ganz direkt von den Auswirkungen betroffen. Aktuell geht sie so gut wie nie aus dem Haus. Versorgt wird sie gut, obwohl sie keine Kinder hat, hat sie noch zahlreiche Kontakte im Ort. Viele Menschen helfen und stellen ihr beispielsweise die Einkäufe vor die Tür. Auch hier ist Marga Hiep ganz praktisch veranlagt. Damit sie sich nicht bücken muss, hat sie ein kleines Höckerchen vor die Tür gestellt, auf das die Einkaufstüten gestellt werden können.

Trotz der Krise habe sie ihre gute Laune nicht verloren. „Wir haben so viel überstanden, wir werden auch das schaffen“, sagt sie immer wieder. Zwar darf sie momentan nicht besucht werden, aber sie hält Kontakt durch Telefonanrufe und eben ihre Gedichte. „Sie ist immer zufrieden, das ist beeindruckend“, heißt es.

Das Gedichteschreiben habe sie vermutlich von ihrer Mutter geerbt. Auch die schrieb immer mal wieder Verse auf. Neun Geschwister hatte Marga Hiep, die früher Dahmen hieß. Und auch die Brüder und Schwestern haben immer wieder Vorträge gehalten. Offenbar war der Familie das Reimen in die Wiege gelegt worden.

Marga Hiep hat diese Leidenschaft jedenfalls bis heute nicht losgelassen. Sie sei froh und dankbar, dass sie das auch noch mit 88 Jahren könne. Viele sind beeindruckt wie geistig fit die Seniorin noch ist, die allerdings nur noch schlecht hören kann.

Aufgewachsen ist Marga Hiep in Sonsbeck auf dem Hof „Zum Schafstall“, als sie ihren Mann Theo heiratete, zog sie auf seinen Hof in Baal. Als Theo Hiep in den Ruhestand ging, gab das Paar den Hof auf und zog in ein Eigenheim nach Wemb. Vor sieben Jahren starb Theo Hiep seitdem lebt Marga Hiep alleine in dem Haus. Hier fühle sie sich sehr wohl, auch weil sie recht zentral wohnt, direkt in der Nähe der Kirche.