22. Puppenspieltage in Kevelaer

Puppenspieltage : In Kevelaer tanzten wieder die Puppen

Zum 22. Mal fanden am Wochenende die Puppenspiel-Tage statt. Eröffnungsveranstaltung erstmals im Wintergarten des Niederrheinischen Museums. Das Hohenloher Figurentheater begeisterte mit „König Sofus und das Wunderhuhn“.

Bereits zum 22. Mal fanden am Wochenende die Kevelaerer Puppenspiel-Tage statt. Während sich das Programm am Samstag auf eine Auftaktveranstaltung und eine Kinder- und Familienführung im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte beschränkte, tanzten am Sonntag auf fünf Bühnen und in 22 Vorstellungen in der Kevelaerer Innenstadt die Puppen. Dabei wurde jedes Stück mehrfach gespielt und alle Aufführungen waren kostenfrei.

Die diesjährigen Neuerungen bezogen sich dabei vor allem auf den Samstag, wie Lisa Püplichuisen vom Stadtmarketing erklärte: „Die Eröffnungsveranstaltung findet nicht in der Begegnungsstätte statt, sondern im Wintergarten des Niederrheinischen Museums und ist kostenfrei. So repräsentiert die Auftaktveranstaltung das, was am Sonntag auch passiert. Neu in diesem Jahr ist auch die Führung durch das Museum.“

Aber zunächst begeisterte das Hohenloher Figurentheater mit dem Stück „König Sofus und das Wunderhuhn“ die kleinen und großen Puppenspielfreunde. Dank der Unterstützung der Volksbank an der Niers war der Eintritt zur Auftaktveranstaltung erstmalig kostenlos. Harald und Johanna Sperlich, die aus einer echten Puppenspieler-Dynastie stammen und schon viele Jahre in Kevelaer zu Gast sind, wissen die Zuschauer zu schätzen: „Das Publikum hier ist sehr puppenspielaffin. Es ist Puppenspiel gewohnt und die Kinder wissen, wie sie sich benehmen müssen. Eben echte Theatergänger.“ Nachdem Stefan Reudenbach vom Stadtmarketing die Besucher begrüßt hatte, startete das erste Theaterstücke auf der Bühne im Wintergarten, in dem König Sofus so genervt ist vom Gegacker des Wunderhuhns seiner Enkelin Rosalind, dass er beide kurz entschlossen vor die Tür setzt. Kleine und große Puppentheaterfreunde fieberten hingerissen mit, ob sich der König, das Huhn und die Prinzessin am Ende wieder vertragen.

Die Bühnen (hier Pastors Gärtchen) standen in der ganzen Innenstadt, so dass man von Aufführung zu Aufführung schlendern konnte. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Nach der Vorstellung hatten die Kinder Gelegenheit, sich ein halbes Stündchen auf dem neu gestalteten Mechelner Platz auszutoben, ehe das Niederrheinische Museum zur Kinder- und Familienführung „Zauberhafte Bühnengestalten“ einlud. Eine kleine Gruppe nahm das Angebot von Museumspädagogin Indra Peters wahr und besuchte zunächst die Marionetten der Ausstellung, danach aber auch normale Puppen: „Denn auch mit normalen Puppen inszenieren die Kinder ja eigene Theaterstücke.“ Thematisiert wurden auch „Der gestiefelte Kater“ und der bekannteste Schurke des Puppentheaters „Räuber Hotzenplotz“.

Am Sonntag zeigte sich die Kevelaerer Innenstadt gut gefüllt. Reudenbach schmunzelte: „Alle, die mit mir zusammen arbeiten, haben Kerzen für gutes Wetter aufgestellt. Es bleibt trocken!“ Um 13 Uhr starteten mit „Geschichten von Pettersson und Findus“, und „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ die ersten beiden Stücke auf dem Luxemburger Platz und am Museum. Im 15 Minuten Takt legten dann die Bühnen auf der Busmannstraße, der Amsterdamer Straße und der Bahnstraße nach und präsentierten nach und nach das ganze Spektrum des Puppentheaters. Auf verschiedenen Straßen der Innenstadt unterwegs: die Stelzenvögel Groovy und Gregory, die die aufgeregten Blicke vieler begeisterter Kinder in den Himmel wandern ließen.

So geht es auch. An der Bühne Bussmannstraße versteckte sich der Herr der Puppen nicht in der Kulisse vor seinem Publikum. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Püplichuisen resümierte: „Für uns ist es das Schönste, dass die Puppenspiel-Tage komplett in der Innenstadt stattfinden. Wir bieten ein Gesamtpaket mit Festival-Charakter!“ Und das bereits seit 22 Jahren.

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