Weeze: 21-Jährige macht Dorfladen Wemb fit

Weeze: 21-Jährige macht Dorfladen Wemb fit

Christiane Wilbers ist gelernte Köchin und traut sich die Selbstständigkeit zu. Wenn es klappt, möchte sie auch selbst produzierte Suppen anbieten. Vermutlich im Frühsommer soll Eröffnung sein. Auch Polen als Kunden fest im Blick.

Es kann vorkommen, dass junge Leute einen anderen beruflichen Weg einschlagen, als man es angesichts ihrer Herkunft annehmen würde. So ist das auch bei Christiane Wilbers, die vom Ferienhof Stücker kommt, einer namhaften Pferdesportadresse. Doch auf der Hengststation zu arbeiten war nicht das, was sich die junge Frau vorstellte. Sie lernte stattdessen Köchin. Das hat ihr Spaß gemacht, doch ihr künftiges Betätigungsfeld wird dennoch ein anderes sein: Christiane Wilbers wird ab dem Sommer den seit einigen Monaten leerstehenden Lebensmittelmarkt von Wemb betreiben. Das Grundstück mit Ladenlokal und Wohnhaus hat sie gekauft.

"Ich weiß, dass es nicht einfach sein wird, genügend Kunden zu gewinnen, und natürlich könnte ich auch scheitern. Schließlich werden meine Sachen ein paar Cent teurer sein müssen als bei Aldi und Co. Aber die Wember brauchen einen Laden, und ich glaube, dass ich die Richtige bin, um ihn wiederzubeleben", sagt die angehende Geschäftsfrau. Nicht zuletzt setzt sie beim Blick auf die Kundschaft auf die zahlreichen Polen, die als Zeitarbeitnehmer auf dem nahen Airport-Gelände leben. Tag für Tag fahren sie auf dem Weg zur Arbeit oder von dort zurück durch die Ortsmitte und hielten schon früher gerne vor dem Laden, um sich mit allem Nötigen einzudecken. Da die meisten von ihnen ohne Familie in Weeze lebten, seien besonders schnell zubereitete Tiefkohlprodukte gefragt. Aber auch Fluggäste, Berufspendler und natürlich die Wember selbst nimmt sie in den Blick. Ideen fürs Sortiment hat die 21-Jährige reichlich. "Natürlich werde ich alles für den täglichen Bedarf anbieten, auch frisches Brot und Brötchen, Fleisch und Molkereiwaren. Ich habe noch keine Verträge abgeschlossen, denke aber schon an einen Landwirt, von dem ich Fleisch beziehen möchte." Wie unschön es ist, im Ort keinen Bäcker zu haben, habe sie zuletzt am eigenen Leib erfahren. "Mein Vater hat früher jeden Morgen Brötchen geholt; das fehlt uns jetzt."

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Wenn sie die Genehmigung für die Einrichtung einer Küche bekommt - das Haus mitsamt seiner Einrichtungen und Technik hat erheblichen Sanierungsbedarf - möchte die Wemberin vielleicht sogar selbst gekochte Suppen anbieten, gelernt ist schließlich gelernt. Einige Monate Zeit werde es noch dauern, bis sie starten könne. Das Dach muss erneuert werden, die Fenster ausgetauscht, den Innenausbau traut sie sich mit tätiger Hilfe von Freunden und Familie weitgehend selbst zu. Auch bei kaufmännischen Fragen setzt sie auf deren Kompetenzen. Vom heimatlichen Pferdehof sei sie Arbeit und Rüsel von Kindesbeinen an gewohnt, erklärt Wilbers lachend.

Die junge Frau weiß, dass andere Dorfläden - etwa der in Kervenheim - trotz gutem Wollen nicht funktioniert haben. "Natürlich kann es nur klappen, wenn die Wember das Geschäft annehmen." Christiane Wilbers traut sich das Projekt zu und freut sich auf den Start.

(RP)
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