120.000 Oblaten aus Kevelaer für den Kirchentag in Dortmund

KEVELAER : 120.000 Oblaten für den Kirchentag

Die Hostienbäckerei in Kevelaer hat einen Großauftrag von der evangelischen Kirche bekommen.

Der Großteil ist in Kartons bereits nach Dortmund geschickt worden. 120.000 Hostien sind in Kevelaer für den evangelischen Kirchentag produziert worden. Und jetzt musste Thomas Held in der Hostienbäckerei sogar noch nachbacken, um eine weitere Ladung in die Westfalenmetropole zu schicken.

Etwa eine Woche hatte es gedauert, bis er die Riesenmenge produziert hat. Für ihn ist es nichts Ungewöhnliches, Hostien für eine evangelische Veranstaltung zu liefern. „Natürlich gehört hauptsächlich die katholische Kirche zu unseren Kunden, aber den evangelischen Kirchentag haben wir schon mehrfach beliefert“, berichtet er. Für das Lutherjubiläum im Jahr 2017 etwa hatte er sogar noch mehr Hostien produziert und diese nach Wittenberg gebracht. Vor 15 Jahren hatte er zum ersten Mal den Auftrag für einen Kirchentag bekommen.

Eine Rolle habe dabei gespielt, dass die evangelische Kirche bei der Veranstaltung sehr auf Nachhaltigkeit achte. „Die Hostien für den Kirchentag stellen wir aus ungekreuztem Ur-Dinkel her“, erläutert er. Dieser Dinkel wachse auf ungedüngten Böden, die die Anforderungen von Bio-Qualität erfüllen. Schon wenn der Dinkel ein wenig Pestizide vom Nachbarfeld abbekomme, würden die Pflanzen eingehen.

Die Hostien werden nur aus den zwei Bestandteilen Ur-Dinkel und Wasser hergestellt. Bei Hostien für die katholische Kirche gibt es genaue Vorschriften aus dem Codex Iuris Canonici, dem katholischen Kirchenrecht. Das verlangt, dass die Hostien nur aus den zwei Zutaten Weizenmehl und Wasser bestehen. Was einfach klingt, ist eine aufwändige Produktion, für die Familie Held und ihre Mitarbeiter nur einfache technische Hilfsmittel nutzen.

Während Held schon öfter für Kirchentage produziert hat, gab es einen Auftrag von dieser Größe für einen Katholikentag noch nicht. Diese Treffen werden in der Regel von den Hostienbäckereien des Gastgeberbistums beliefert.

Der Großteil der Oblaten aus Kevelaer ist beim Kirchentag für den Abschlussgottesdienst am 23. Juni im Stadion von Borussia Dortmund vorgesehen. „Wir haben die Oblaten in Kevelaer bestellt, weil es uns wichtig war, dass sie aus der Region stammen und damit die Transportwege kurz sind“, sagt Hans Wischmann vom Presseteam des Kirchentages.

Wichtig sei auch, dass der Dinkel biologisch gewachsen sei. „2500 Oblaten haben wir auch glutenfrei bestellt, damit auch Gläubige am Abendmahl teilnehmen können, die eine Glutenunverträglichkeit haben“, so der Pressesprecher.

Auch wer nicht zum Kirchentag kommt, kann die Hostien probieren. Die Bohrreste, die beim Ausstanzen der Oblaten übrig bleiben werden über die Internetseite der Hostienbäckerei kurzzeitig als Knabberei angeboten.

2009 eröffnete Thomas Held die „Gläserne Hostienbäckerei“ in Kevelaer, jährlich produziert er zwischen acht und zehn Millionen Hostien.

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