Kevelaer: 100 Lämmer zum Staunen und Kuscheln

Kevelaer : 100 Lämmer zum Staunen und Kuscheln

Der Rouenhof öffnete zum großen Lämmertag die Stalltüren und ließ die Besucher einen Blick auf die neugeborenen Tiere werfen. Bei dem Anblick waren nicht nur die kleinen Zuschauer entzückt. Auch Streicheln war erlaubt.

Erst vor wenigen Tagen erblickten die ersten Lämmer im Ziegenstall von Bernd Verhoeven das Licht der Welt. Seitdem gibt es für die Mitarbeiter des Bio-Bauernhofs kaum noch eine ruhige Minute. "Unsere Ziegen lammen jetzt im Stundentakt", berichtet Bauer Markus. "Gestern war die Melkerin zum ersten Mal hier und hat 50 Ziegen gemolken."

Weil bei Ziegen Zwillings-, Drillings- und sogar Vierlingsgeburten keine Seltenheit sind, gehen die Rouenhof-Mitarbeiter davon aus, dass inzwischen über 100 Lämmer im Heu tollen. Gestern öffnete der zertifizierte Bioland-Hof von Familie Verhoeven die Hof- und Stalltüren zum großen Lämmertag unter dem Motto "Ziegen außer Rand und Band". Hunderte Besucher kamen nach Kervenheim, um die süßen Neugeborenen zu bestaunen, zu streicheln und sich im Hofladen mit frischen Bio-Produkten zu versorgen. Dass es auf dem Rouenhof "tierisch" zugeht, merkt der Besucher schon bei der Anfahrt. Schon auf der schmalen Zufahrts-Allee gilt "Schritttempo" — denn Freilandhühner haben hier Vorfahrt.

Lämmer als erste Frühlingsboten

Gleich neben dem alten Wohnwagen, in dem die Hühner leben, steht der Ziegenstall. Beim gestrigen Lämmertag natürlich die Hauptattraktion. "Bis zu zwei Liter Milch gibt eine Ziege pro Tag", weiß Landwirt Markus, der am Sonntag beim Einfangen der quirligen Vierbeiner ganz schön ins Schwitzen kam: Hunderte Male fing er im Ziegenstall die kleinen Lämmer ein, um sie den Kindern am Zaun zum Streicheln hinzuhalten, den etwas älteren sogar in die Arme zu geben. Begeisterte Eltern schossen eifrig Fotos. "Bei der anhaltenden Kälte sind für mich in diesem Jahr die Lämmer die ersten Frühlingsboten — und nicht wie sonst die ersten Blüten oder wärmeren Sonnenstrahlen", sagte eine begeisterte Mutter.

Auch im Kuhstall gleich nebenan konnten die ersten Kälber bestaunt werden, die, noch erschöpft von der Geburt, im Stroh lagen, und sich von ihren Müttern abschlecken ließen. Und wer aus dem Staunen dann doch noch herauskam, konnte sich mit leckerem Kuchen im Hofcafé versorgen oder die köstliche Bio-Bratwurst im Dinkelbrötchen vom Schwenkgrill probieren. Kinder durften auf einem alten Traktor, "Eicher Diesel — luftgekühlt", probesitzen und auf kleineren, nicht motorisierten Gefährten über den Hof rollen. Für ihre Eltern war auch der Hofladen eine echte Attraktion: Dinkelbrot und Gemüsepizza aus dem Steinofen, Ziegenkäse aus der hofeigenen Käserei, Rindersteaks, Schweinekoteletts und Blutwurst in der Metzgertheke — das Angebot aus verschiedensten Milch- und Fleischprodukten nach organisch-biologischen Grundsätzen war riesig.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Impressionen vom Lämmer-Tag 2013 in Kervendonk

(riem)
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