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Kempen: „Zur Ruhe kommen“

Kempen : „Zur Ruhe kommen“

Zum verkaufsoffenen Sonntag werden auch kritische Stimmen laut. SPD-Ratsfrau Irene Steeger stimmt stets „aus Prinzip“ dagegen, wenn der Kempener Rat die verkaufsoffenen Sonntage genehmigt. Sie hat dabei die Beschäftigten im Einzelhandel im Auge: „Das zerfleddert die Arbeitszeit, ist schlecht für soziale und familiäre Strukturen. Der Sonntag sollte für die Menschen da sein“, sagt die Verdi-Gewerkschafterin. Eine florierende Wirtschaft sei wichtig, „aber Konsum und Kommerz können nicht über allem stehen.“ Ausnahmen am Sonntag seien nur unumgängliche Tätigkeiten, etwa im Krankenhaus oder bei Notdiensten.

Auch der evangelische Kempener Pfarrer Michael Gallach hält nichts davon: „Der Sonntag ist ein Geschenk an die Menschen, zur Ruhe zu kommen, aufzuatmen, andere zu besuchen.“ Aber man könne natürlich niemanden zwingen, es anzunehmen. Und er warnt: „Jeder kann sich aussuchen, sieben Tage in der Woche zu shoppen. Aber niemand sollte sich beschweren, wenn dann etwas fehlt, was man nicht kaufen kann.“

(RP)