Stadt Kempen: Zonta würdigt soziales Engagement

Stadt Kempen : Zonta würdigt soziales Engagement

Aus Kempen kommt die erste und dritte Preisträgerin, aus Nettetal die zweite: Der Zonta-Club Viersen ehrt wieder junge Frauen, die sich in der Gesellschaft für andere stark machen.

Sie sind aktiv gegen Rechtsextremismus, sie engagieren sich in Schülervertretungen, sie arbeiten als Trainerin oder Übungsleiterin oder setzen sich ein, damit das jüdische Leben in Nettetal nicht vergessen wird: Die Liste der Anliegen, für die Rebekka Atakan (19, Gymnasium Thomaeum in Kempen), Camilla Knops (18, Gesamtschule Nettetal) und Michele Schmitter (19, Thomaeum) ehrenamtlich stark machen, ist lang — und sie zeigt wichtige Anliegen auf. Der Zonta Club Viersen zeichnete die drei jungen Frauen jetzt mit Preisen im Wettbewerb "Young Women in Public Affairs 2013" (YWPA) aus.

Rebekka Atakan erhielt den Hauptpreis. Sie engagiert sich seit Jahren in der Schülervertretung (SV) — nicht nur am eigenen Gymnasium, sondern auch in der Stadt-SV und auf Landesebene. Dazu ist sie Mitbegründerin des "Netzwerk Buntes Kempen" gegen Extremismus und für Toleranz und Demokratie. Die Gruppe hatte unter anderem am 21. März auf dem Kempener Buttermarkt den "Tag gegen Rassismus" organisiert, "eine beeindruckende Veranstaltung", so Kempens Bürgermeister Volker Rübo bei der Preisverleihung im Thomaeum. Diese Aufgabe liege ihr besonders am Herzen, sagte die junge Frau — und kritisierte, dass "in den Schulen das Thema Rechtsextremismus in unserer Zeit nicht genug Raum im Unterricht" bekomme.

Ihre Schulkollegin Michéle Schmitter, die mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde, ist ebenfalls als Schülersprecherin und im Netzwerk aktiv. Dazu arbeitet sie in ihrer Kirchengemeinde mit. Über die Stadt-SV sei es gelungen, die Schulen näher zu einander zu bringen und Vorurteile abzubauen, meint sie — und verweist zum Beispiel darauf, dass die Rosen-Schenkaktion zum Valentinstag jetzt schulübergreifend möglich ist.

Camilla Knops ist in der Schülervertretung der Gesamtschule Nettetal aktiv, ehrenamtliche Trainerin für Leichtathletik, Garde- und Showtanz sowie in der schulischen Arbeitsgemeinschaft "Jüdisches Leben in Nettetal" tätig. Die Gruppe setzt sich seit zwei Jahren unter anderem dafür ein, dass in Breyell ein Mahnmal als Erinnerung an die Synagoge geben wird — und hat nach langen Diskussionen mit der Stadt jetzt Erfolg: Das Mahnmal wird nach einem Entwurf aus ihren Reihen gebaut. "Es ist ein gutes Gefühl, das jetzt geschafft zu haben", meint sie.

Zonta-Präsidentin Astrid Nolte erläuterte die Zielsetzung der Arbeit des internationalen Vereins: Das Wort "Zonta" komme aus der Dakota-Sprache und bedeute "ehrenvoll, vertrauenswürdig sein und handeln". Ziel sei es, die Stellung der Frauen zu stärken und die Situation junger Mädchen zu verbessern. Die Mitglieder glaubten daran, dass Frauen selber der Schlüssel zur Veränderung seien.

Zu dieser Zielsetzung passte auch die Meinung der drei jungen Preisträgerinnen zur abschließenden Frage beim Bühnen-Interview: Ihr Zukunftswunsch sei mehr Bildung für Frauen und Mädchen, mehr Rechte für Frauen in der so genannten Dritten Welt und eine Verabschiedung vom traditionellen Frauen-Rollenbild. FRAGE DES TAGES

(djm)