Gemeinde Grefrath: Zeitzeugin des Holocausts berichtet in Liebfrauenschule

Gemeinde Grefrath: Zeitzeugin des Holocausts berichtet in Liebfrauenschule

Die Zeitzeugin Eva Weyl berichtet am kommenden Freitag, 15. Dezember, in der Liebfrauenschule Mülhausen. Die Holocaust-Überlebende spricht von 9.50 bis 11.20 Uhr vor Neuntklässlern des Gymnasiums über ihre Zeit im Lager Westerbork. Im Anschluss an ihren Vortrag können die Liebfrauenschüler die 82-Jährige befragen. Die Schüler sind in der Geschichts-AG von den Lehrerinnen Heidemarie Dahl und Michaela Heydhausen-Steiger auf den Besuch vorbereitet worden.

Eva Weyl ist 1935 in Arnheim geboren. Die Familie ist 1933 von Kleve in die Niederlande geflohen. In Kleve hat die Familie zuvor ein Kaufhaus betrieben, die Firmentradition der Weyls reicht zurück bis 1855. Mit sechseinhalb Jahren kommt Eva Weyl im Januar 1942 in das Lager Westerbork. Das so genannte Polizeiliche Judendurchgangslager ist eines der beiden von den nationalsozialistischen Besatzern in den Niederlanden eingerichteten zentralen Durchgangslager für die Deportation niederländischer und deutscher Juden in andere Konzentrations- und Vernichtungslager. Dort wird Eva Weyl kurz vor Kriegsende 1945 befreit. Die Familie geht zurück nach Arnheim, der Vater eröffnet später ein neues Geschäft. Eva Weyl studierte in der Schweiz, lebte zeitweise in den USA und seit den 1960er-Jahren in Amsterdam. Eva Weyl erzählt am Freitag den Liebfrauenschülern ihre Geschichte.

Die Reihe "Geschichte zum Anfassen" hat an der Liebfrauenschule Tradition. Erst in diesem Frühjahr hatte der in der DDR aufgewachsene Ostberliner Autor Rainer Schneider vor Neuntklässlern berichtet.

(RP)
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