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Stadt Kempen: Zechenfreunde enttäuscht über Investor

Stadt Kempen : Zechenfreunde enttäuscht über Investor

In einem offenen Brief bringt der Förderverein der ehemaligen Schachtanlage Niederberg IV seine Enttäuschung zum Stillstand in Sachen Zechenübernahme zum Ausdruck.

Lange haben Peter Kunz und Ben Burchardt sowie ihre Mitstreiter vom rührigen Verein der Zechenfreunde still gehalten. Sie wollten die Übernahmeverhandlungen zwischen dem derzeitigen Eigentümer des ehemaligen Zechengeländes auf dem Wartsberg, der Immobiliengesellschaft der Ruhrkohle AG (RAG), und dem potenziellen Investor Wolf-Reinhard Leendertz aus Krefeld nicht gefährden. Doch nun haben sich Kunz und Burchardt für den Förderverein in einem offenen Brief an mehrere Institutionen, darunter die Stadt Kempen, die Bezirksregierung Düsseldorf das Landesbauministerium als oberste NRW-Denkmalbehörde und das Rheinische Amt für Denkmalpflege sowie die RAG gewandt und ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass der Erhalt des Zechendenkmals am Ende doch nicht gelingt.

Der Förderverein ist enttäuscht, dass es noch zu keinem Abschluss des Kaufvertrags zwischen RAG und Investor gekommen ist, obwohl die RAG schon vor Monaten beteuert hätte, dem Investor läge ein unterschriftsreifer Vertrag vor. Dies war allerdings von diesem zeitweise bestritten worden.

Was den Förderverein außerdem bekümmert, ist eine Aussage der RAG-Immobilientochter, dass es noch ein bis zwei Jahre dauern könnte, den Denkmalbereich auf dem Zechengelände aus dem so genannten Bergrecht freizugeben. Dies erwecke den Eindruck, die Sache "bewusst zu verzögern", so Kunz und Burchardt. Und sie ergänzen: "Aus unserer Sicht wird hier daran gearbeitet, den Denkmalschutz auszuhebeln. In naher Zukunft möchte die RAG den Denkmalschutz rückgängig machen, um die Gebäude und den Förderturm abzureißen."

Dem Förderverein ist zunächst vor allem daran gelegen, dass das Denkmal gesichert und vor Vandalismus-Schäden oder Diebstählen geschützt wird. Die Mitglieder des Vereins wünschen sich, endlich Zugang zum Gelände und den denkmalgeschützten Gebäuden zu erhalten. Ferner sucht der Verein nach einer - wenn auch nur provisorischen - Unterbringungsmöglichkeit der in den vergangenen fünfeinhalb Jahren gesammelten und gespendeten Gegenstände rund um die Geschichte der Zeche Niederberg im Maschinenhaus oder in der Schachthalle.

Wie berichtet unterstützt auch die Stadt Kempen die Bestrebungen, die ehemaligen Zechengebäude einen neuen Nutzung zuzuführen. Entsprechende Gespräche hat es im Rathaus mit dem potenziellen Investor gegeben. Besonders Sozial- und Jugenddezernent Michael Klee macht sich dafür stark, dass das Gelände neu entwickelt und in das Quartierskonzept für die Wartsbergsiedlung integriert wird. Die Stadt möchte ferner auf dem Wartsberg einen kleinen Gewerbepark etablieren. Nach dem Wegzug der Firma Naue stehen neben den Denkmalgebäuden etliche Firmengebäude auf dem Zechengelände derzeit leer. Es soll Interessenten - auch aus Tönisberg selbst - geben, die sich mit ihren Betrieben dort ansiedeln möchten.

Mit Spannung warten die Beteiligten derzeit, ob es tatsächlich im März zum Abschluss des Kaufvertrags zwischen der RAG und potenziellem Investor kommt.

(RP)