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Kempen: Wusste Haupttäter, was er da machte?

Kempen : Wusste Haupttäter, was er da machte?

Am dritten Verhandlungstag gegen die Brüder Rami und Ramzi A. aus Kempen ergab sich für die Krefelder Strafkammer eine neue Situation. Eigentlich sollte das Urteil gefällt werden. Nun stellt sich plötzlich die Frage, ob Ramzi A. strafrechtlich verantwortlich ist. Der Palästinenser ist angeklagt, im Herbst vergangenen Jahres im Streit um Drogengeld seinen Kumpel eine ganze Nacht lang gefoltert zu haben. Die Zeugen hatten das bestätigt, und die Beweisaufnahme sollte geschlossen werden. Ramzi A. sprach noch einmal über seine Drogenabhängigkeit. Seit dem 11.Lebensjahr konsumierte der 23-Jährige von Marihuana über Amphetamine bis hin zu Kokain. Seit seiner Inhaftierung leide er sehr an den Folgen des Entzuges. Von Schweißausbrüchen berichtete Ramzi A. und davon, dass er Stimmen höre.

Am dritten Verhandlungstag gegen die Brüder Rami und Ramzi A. aus Kempen ergab sich für die Krefelder Strafkammer eine neue Situation. Eigentlich sollte das Urteil gefällt werden. Nun stellt sich plötzlich die Frage, ob Ramzi A. strafrechtlich verantwortlich ist. Der Palästinenser ist angeklagt, im Herbst vergangenen Jahres im Streit um Drogengeld seinen Kumpel eine ganze Nacht lang gefoltert zu haben. Die Zeugen hatten das bestätigt, und die Beweisaufnahme sollte geschlossen werden. Ramzi A. sprach noch einmal über seine Drogenabhängigkeit. Seit dem 11. Lebensjahr konsumierte der 23-Jährige von Marihuana über Amphetamine bis hin zu Kokain. Seit seiner Inhaftierung leide er sehr an den Folgen des Entzuges. Von Schweißausbrüchen berichtete Ramzi A. und davon, dass er Stimmen höre.

Sachverständiger soll prüfen

Das war selbst dem Verteidiger neu. Sicherheitshalber ließ sich der Vorsitzende Richter die Krankenakte aus dem Gefängnis zufaxen. Daraus ergab sich, dass der Angeklagte eine Haftpsychose hatte. Aber der Arzt hatte eine weitere Psychose diagnostiziert, die durch den starken Drogenkonsum hervorgerufen wurde. Nun muss ein Sachverständiger feststellen, ob diese Krankheit schon zur Tatzeit bestanden hat und ob dadurch die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Ramzi A. beeinträchtigt war.

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Für den mitangeklagten Bruder Rami A. ergaben sich keine neuen Erkenntnisse.Die Strafkammer beschloss, das Verfahren abzutrennen und fällte ein Urteil. Der Staatsanwalt stellte in seinem Plädoyer klar, dass der Vorwurf des schweren Raubes durch die Beweisaufnahme vom Tisch sei. Es bleibe aber der Diebstahl, denn Rami habe mehrere elektronisch Geräte mitgehen lassen. Allerdings fügte er lobend hinzu, nur dadurch, dass er beruhigend auf seinen tobenden Bruder Ramzi eingewirkt habe, sei verhindert worden, dass dem Opfer noch Schlimmeres zugefügt wurde. Die Strafkammer erkannte auf vier Monate Haft wegen Diebstahls und setzte die Strafe für drei Jahre zur Bewährung aus. Gegen Ramzi wird der Prozess am 19. Mai fortgesetzt.

(RP)