Stadt Kempen: Wohin mit dem neuen Rettungswagen?

Stadt Kempen: Wohin mit dem neuen Rettungswagen?

Der Kreis hat ein Gutachten zur künftigen Ausgestaltung des Rettungsdienstes in Auftrag gegeben. In Kempen, Tönisvorst und Grefrath wird das mit Spannung erwartet. Es geht um den Standort eines weiteren Rettungswagens.

Das Thema ist nicht neu, beschäftigt die Verantwortlichen in den Verwaltungen der neun kreisangehörigen Städten und Gemeinden sowie den Kreis und die Politik bereits seit mehr als einem Jahr. Es geht um den neuen Rettungsdienstbedarfsplan, der kreisweit die Ausstattung der Rettungswachen mit Fahrzeugen und Personal regelt. Im Kreis Viersen gibt es fünf Rettungswachen, eine davon befindet sich an der Heinrich-Horten-Straße in Kempen, wo auch der Löschzug Kempen der Freiwilligen Feuerwehr beheimatet ist. Von hier aus wird der Rettungsdienst für die Städte Kempen, Tönisvorst und die Gemeinde Grefrath organisiert. Drei Rettungswagen sind hier für die drei Kommunen stationiert.

Seit etwa einem Jahr steht fest, dass es für den Rettungsdienstbezirk Kempen einen weiteren Rettungswagen geben muss. Hintergrund ist die Tatsache, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen beim Rettungsdienst nicht immer eingehalten werden können. Eine landesweite Regelung schreibt vor, dass der Rettungsdienst in 90 Prozent der Fälle innerhalb von acht Minuten im innerstädtischen Bereich am Einsatzort sein muss. Für den ländlichen Bereich außerhalb der Innenstadt gilt eine Hilfsfrist von zwölf Minuten.

Wie der zuständige Erste Beigeordnete der Stadt Kempen, Hans Ferber, am Donnerstagabend im Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Feuerschutz des Kempener Stadtrates mitteilte, soll das vom Kreis in Auftrag gegebenen Gutachten den Verantwortlichen der neun Kommunen im Kreis am 21. März in Viersen vorgestellt werden. Ferber berichtete von Gesprächen mit Vertretern der Verwaltungen und Politik aus Kempen, Tönisvorst und Grefrath, die im Beirat Krankentransport und Rettungsdienst zusammengeschlossen sind. Dort sei sowohl von Tönisvorst als auch von Grefrath Interesse signalisiert worden, den neuen zusätzlichen Rettungswagen in der eigenen Kommune zu stationieren. In St. Tönis am Krankenhaus ist bereits der zweite Notarztwagen für den Bezirk stationiert. Da könnte es Sinn machen, hier auch einen Rettungswagen vorzuhalten. In Grefrath, so Ferber, habe das örtliche Rote Kreuz Bereitschaft bekundet, den Rettungswagen zu übernehmen.

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In Kempen würde ein vierter Rettungswagen Probleme in der Rettungswache mit sich bringen. Sie müsste möglicherweise ausgebaut werden, weil die Fahrzeughalle bereits jetzt mit drei Rettungswagen, zwei Krankenwagen, einem Notarztwagen und einem Ersatzfahrzeug sehr beengt ist. Außerdem müsste, so Ferber, fürs neue Rettungsfahrzeug zusätzliches Personal eingestellt werden. Dafür müssten die vorhandenen Ruhe- und Sozialräume möglicherweise erweitert werden. Von daher sieht Dezernent Ferber das Interesse aus Tönisvorst und Grefrath an dem vierten Rettungswagen durchaus positiv. Denn dann müsste die Kempener Wache nicht ausgebaut werden.

Gleichwohl will man abwarten, zu welchem Ergebnis die Gutachter in der Sache kommen. Kempens Dezernent Ferber appelliert in Richtung Kreisverwaltung und Kreispolitik, den kreisangehörigen Kommunen Zeit für eine gründliche Analyse des Gutachtens zu geben. Für Kempen könnte es dazu in der zweiten Aprilhälfte eine Sondersitzung des Fachausschusses geben.

(RP)