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Winterdienste in Kempen, Grefrath, Willich, Tönisvorst im Dauereinsatz

Schnee-Chaos in Kempen, Grefrath, Willich und Tönisvorst : Winterdienste sind seit Samstagabend im Dauereinsatz

Die Mitarbeiter der Baubetriebshöfe arbeiten in Schichten, um den Schnee von Straßen und Wegen zu räumen. Kempen hat schon Streumittel nachbestellt.

Die Winterdienste in den Kommunen laufen seit Samstagabend auf Hochtouren – der Wintereinbruch kam zum Glück mit Ansage, sodass sich die Bauhöfe gut vorbereiten konnten. In Willich beispielsweise brachte man am Samstagabend ab 20 Uhr erstmal präventiv Salz auf den Straßen aus, „sodass der Eisregen verwässert wurde. Das hat gut funktioniert, denn so hatten wir im Nachhinein keine dicken Eisschichten unter dem Schnee“, sagt Bernd Kuhlen, Betriebsleiter der Gemeinschaftsbetriebe Willich.

In der Nacht zu Sonntag, am Sonntag und am Montag war immer wieder der gesamte Streudienst in Willich mit 40 Personen im Schichtbetrieb unterwegs, sodass nicht nur Hauptverkehrswege und Zufahrten zu Wohngebieten, sondern auch manche Wohngebiete vom Schnee befreit werden konnten. „Aber wir kommen nicht überall hin“, erklärt Kuhlen. In manchen Wohngebieten werde so dicht geparkt, dass die Fahrzeuge nicht durchpassen oder die Mitarbeiter nicht wissen, wo sie den Schnee überhaupt hinschieben sollen, so Kuhlen, der dem Winter aber auch eine positive Seite abgewinnt: „Es ist einfach schön, mal wieder auf so viel Schnee schauen zu können.“ 

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In Tönisvorst wurde die Räumung der Straßen vor einiger Zeit an ein nicht-städtisches Unternehmen vergeben. Damit sei sichergestellt, dass die wichtigsten Straßen und Kreuzungen geräumt werden und so die Gefahren für den fließenden Verkehr minimiert werden, sagt Stadtsprecherin Catharina Perchthaler. Der Bauhof der Stadt selbst ist permanent im Einsatz. Am Sonntag morgen hieß es ab 5 Uhr „Schnee schippen“. Dabei kommt auch Salz zum Einsatz. Üblich seien Sand und ein Granulat-Gemisch. Vor allem vor städtischen Gebäuden, vor Schulen und Kitas wurde geräumt. Auch wichtige Fahrradwege wurden so weit wie möglich vom Schnee befreit, etwa die Verbindung zwischen Vorst und St. Tönis, aber auch der Weg zur Laschenhütte. Während am Sonntag noch jeweils fünf Mitarbeiter des Bauhofs in mehreren Schichten vor Ort waren, war am Montag die gesamte Belegschaft des Bauhofes mit 20 Mitarbeitern unterwegs. Übrigens: Eine Notlage wird in solchen Fällen nicht ausgerufen. Es sei kein Großschadensereignis oder ein Katastrophenfall zu erkennen, erklärt Perchthaler.

 Auf der Straelener Straße hatte sich ein Sattelschlepper in einer Schneewehe festgefahren. Drei Traktoren mussten ihn herausziehen.
Auf der Straelener Straße hatte sich ein Sattelschlepper in einer Schneewehe festgefahren. Drei Traktoren mussten ihn herausziehen. Foto: Günter Jungmann (gju)

Auch in Grefrath hatte man sich schon am Samstagabend auf die Winterzeit vorbereitet. So wurden beispielsweise die Maschinen vorbereitet oder das Salz geladen. Der Bauhof war am Sonntag mit 15 Mitarbeitern unterwegs, um die wichtigsten Straßen vom Schnee zu befreien. Drei Traktoren und ein Radlader kamen neben weiteren kleineren Maschinen zum Einsatz. 15 Tonnen Salz wurden bis Montagvormittag bereits verstreut. „Vor allem die Kreuzungen hatte der Bauhof im Blick, um die Unfallgefahr zu reduzieren“, sagt Grefraths Sprecherin Ulrike Gerards. Der Bauhof fahre eine festgelegte Route ab, kümmere sich aber auch bei Bedarf um weitere Schneemassen, um Gefahren zu minimieren. „Dass so viele Grefrather Bürgerinnen und Bürger ihrer Räumpflicht nachkommen, erfreut uns sehr“, sagt Bauhofleiter Guido Vincentz.

In Kempen sind die Mitarbeiter des Baubetriebshofs seit Samstag im Wintereinsatz, räumen und streuen in zwei Schichten mit jeweils 20 Kräften Straßen, Gehwege und Nebenanlagen. Insgesamt werden in Kempen rund 165 Kilometer Straßen gestreut, die eine hohe Bedeutung für den Verkehr haben. Hinzu kommen rund 24 Kilometer Radwege und etwa 22 Kilometer Gehwege, die von Hand gestreut werden. Laut Stadt wurden von Samstag bis Montag rund 40 Tonnen Salz und Splitt gestreut, aktuell sind noch 80 Tonnen vorrätig. „Für diese Woche sind weitere 60 Tonnen Streumittel bestellt“, erklärt Kirsten Pfennings vom Presseamt der Stadt. „Sollte die Lieferung wie zugesagt eintreffen, wird es zu keinem Engpass kommen.“

(biro/msc/ure)