Wiederwahl von Dezernent Klee in Kempen immer unwahrscheinlicher

Kempen : Wiederwahl von Dezernent Klee immer unwahrscheinlicher

Eine Wiederwahl von Michael Klee (CDU) als Kempener Dezernent für Soziales, Schule, Jugend und Sport Anfang 2020 ist derzeit eher unwahrscheinlich. Bereits in der jüngsten Ratssitzung war insbesondere die CDU von Klee, dessen achtjährige Amtszeit im April 2020 ausläuft, abgerückt.  Die Christdemokraten machen Klee unter anderem dafür verantwortlich, dass es im Jugendamt seit Monaten eine angespannte Personalsituation gibt.

„Die CDU hat kein Verständnis, dass die Ausschreibung der Amtsleiterstelle erst mehrere Monate nach Ausscheiden der bisherigen Amtsleiterin vom zuständigen Dezernenten veranlasst wurde und ein Bewerberfeld aufgrund eines zu hohen Anforderungsprofils von vornherein deutlich eingeschränkt wurde“, so CDU-Fraktionschef Wilfried Bogedain.

Auch in Sachen Begegnungszentrum St. Hubert sieht die Union Klees Agieren rückblickend kritisch. Er habe mit dem Projekt eine Erwartungshaltung geweckt, die angesichts der unklaren Sanierungskosten für das alte Schulgebäude zu hoch war. Die CDU macht Klee auch für die Misere beim Kita-Ausbau oder bei der Schulsanierung sowie der Sportstättenentwicklung (Stichwort: neue Sportanlage in St. Hubert) verantwortlich.

Klee selbst will sich diese Kritik nicht allein anziehen, verweist darauf, dass er bei den vorgebrachten Punkten nicht allein in der Verantwortung stehe. Bei allen Personalproblemen im Jugendamt sieht er keinen Qualitätsverlust der Arbeit. Die Mitarbeiter seien sehr motiviert, sorgten dafür, dass keine Defizite entstehen. Klee leitet das Amt seit Sommer 2018 selbst.

Rückendeckung erhält Klee von den Kempener Grünen. Sie sehen ihn als „Bauernopfer“ von CDU, FDP und Linken. Klee habe bei seinem Amtsantritt marode Schulen und unzulängliche Kitas vorgefunden. Klee habe viele gute Ideen und viel Elan gezeigt. Nach Ansicht der Grünen haben Bürgermeister Volker Rübo (CDU) und der ehemalige Baudezernent Stephan Kahl die Arbeit Klees behindert. Sie nennen es „unfassbar schäbig“, Klee nun zum „Sündenbock“ zu machen.

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