Stadt Kempen: Wichtig ist die Hilfe zur Selbsthilfe

Stadt Kempen : Wichtig ist die Hilfe zur Selbsthilfe

Monika Heenen aus St. Hubert engagiert sich seit 25 Jahren für Menschen in Westafrika. Die pensionierte Lehrerin ist Mitglied der Togo-Freunde in Hannover. Jetzt berichtete sie beim Multikulturellen Forum Kempen über ihre Arbeit.

Sehr weit weg ging es jetzt thematisch bei der jüngsten Veranstaltung des Multikulturellen Forums im "Haus der Familien — Campus" in Kempen. Togo stand dieses Mal im Mittelpunkt.

Monika Heenen, pensionierte Hauptschullehrerin aus St. Hubert, engagiert sich seit 25 Jahren bei den Togo-Freunden Hannover und hat das afrikanische Land bereits mehrfach bereist. Gemeinsam mit Heide Roeser, der Schatzmeisterin des Vereins, berichtete sie von den Reisen. Diese dienen auch dem Zweck zu sehen, ob die Spendengelder richtig ankommen und wie sich Projekte entwickeln. In Togo wird daher Heide Roeser scherzhaft "Madame la tresoire" genannt.

Beiden Referentinnen war anzumerken, wie sehr sie dieses Land lieben. Monika Heenen und Heide Roeser zeigten die Unterschiedlichkeiten der Regionen. Da ist die Hauptstadt Lomé mit ehrgeizigen Bauprojekten und gut ausgebauten Straßen. Die togolesische Hauptstadt ist in den vergangenen Jahren für chinesische Investoren interessant geworden.

Togo verfügt über viele Exportgüter

Kaum aus der Stadt heraus reist man auf staubigen und in der Regenzeit von Juni bis Oktober schlammigen Pisten. In der Regenzeit funktioniert dann auch kein Telefon mehr. "Das Handy ist hier wichtig", so Monika Heenen. Handel findet mehr oder weniger auf den Straßen statt. Eigentlich sei Togo ein reiches Land, so die beiden Frauen. Es gibt Calciumphosphat, verarbeitete Baumwolle, Kaffee, Tee und Kakao als Exportgüter. 25 Prozent des Landes sind Agrarland. Maniok, Mais, Hirse und das Nationalgericht Yams werden hier angebaut. So malerisch wie die alten Runddörfer aussehen, auf dem Land ist das Leben schwer. Schulkinder müssen manchmal bis zu zehn Kilometer bis zur Schule gehen. Obwohl es eine Schulpflicht gibt, sind auf dem Land 60 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.

Wichtig ist dem Verein, Hilfe zu Selbsthilfe zu bieten. Mit Kohu Klutse, einem Togolesen, der in Hannover die Ausbildung zum Anästhesiepfleger absolvierte, haben sie einen verlässlichen Partner. Ein wichtiges Projekt ist zum Beispiel die Aufforstung der Wälder. Da viel mit Holz gekocht wird, ist dies wichtig. Auch über ein Solarprojekt wird nachgedacht. Ebenso wichtig ist der Brunnenbau für die Dörfer. Dies trägt ebenso wie eine gute medizinische und soziale Versorgung zur Verbesserung der Lebensbedingungen bei. Reiche Aufgabenfelder also für die engagierten Togofreunde.

Einen musikalischen Beitrag gab es von der Kempener Jazzsängerin Sonja Kandels. Sie wandert zwischen Europa und Afrika. In mehreren Projekten hat sie bereits Schülern Weltmusik nahe gebracht.

(sr)