Wenn Babys schwimmen lernen

Sport : Wenn Babys schwimmen lernen

Wasserspaß und die damit verbundene Förderung der Entwicklung können schon die Allerkleinsten erleben. Im Bewegungsbad des Kempener Hospitals zum Heiligen Geist bietet Andrea Niederprüm Säuglingsschwimmen an.

Im Bewegungsbad des Kempener Hospital zum Heiligen Geist sind glucksende Babylaute zu hören und lachende Gesichter von Mütter zu sehen. Dafür sorgt Andrea Niederprüm mit einer Gießkanne und einer gelben Poolnudel. Die hat die lizenzierte Übungsleiterin  für Säuglingsschwimmen am Beckenrand positioniert, wobei sie das andere Ende im Wasser festhält.

Mit der rechten Hand ist die himmelblaue Kindergießkanne im Einsatz. Wenn die Mütter mit den Babys unter der gelben Poolnudel hindurchgehen sorgt Niederprüm für den sanften, 33 Grad warmen Gießkannenregen. „Wir drehen jetzt die Babys mit dem Gesicht zu uns und – wer möchte – kann kurz eintauchen, wenn die Babys die Augen beim Gießkannenregen schließen“, sagt die zertifizierte Übungsleiterin. Mütter drehen die Babys in den nächsten Haltegriff, den sie bereits erlernt haben und der Reigen unter der Poolnudel setzt erneut ein. Kaum spüren die kleinen Gesichter die feinen Tröpfchen gehen die Augen zu. Mütter, die den Vorgang genau beobachten, tauchen genau in diesem Moment ihren Nachwuchs einmal kurz ins Wasser.

Kleine Augen reißen voller Erstaunen auf, wenn es aus dem Sekundentauchgang wieder an die Luft geht. Dabei lachen die Babys. Allen gefällt das kurze Eintauchen ins Wasser eindeutig. Wobei alle Teilnehmerinnen bequem durch das Wasser gehen können. 1,35 Meter zeigt die Leuchte an der Wand an. Dank dem Hubboden können gleich vier verschiedene Tiefen genutzt werden, die von 45 und 90 Zentimeter bis hin zu 1,35 und 1,95 Meter reichen.

Die gewählte Wassertiefe ist für die Mütter beim Babyschwimmen optimal, da sie ihre kleinen Nichtschwimmer schließlich die ganze Zeit tragen müssen. „Säuglingsschwimmen ist in erster Linie eine Wassergewöhnung, damit die Kinder es später leichter haben, wenn sie schwimmen lernen sollen. Dazu kommt natürlich, dass ich durch Übungen im Wasser unter anderem die Motorik und auch den Gleichgewichtssinn der Babys trainiere“, erklärt Niederprüm. Ab einem Alter von drei Monaten empfiehlt die Übungsleiterin das Säuglingsschwimmen. Es gibt dabei rund 17 verschiedene Griffe, wie man Kinder im Wasser bewegen kann. Jeder bietet neue Reize für das Kind.

Der Auftrieb des Wassers sorgt dafür, dass die Kinder Bewegungen ausführen, die an Land noch nicht möglich sind. Dadurch werden Muskeln gestärkt und eine verbesserte Körperkoordination erreicht. Atmung vertieft sich im Wasser und das Herz-Kreislauf-System wird angeregt. Auch wenn es umgangssprachlich „Babyschwimmen“ heißt  bedeutet das nicht, dass die Babys schwimmen lernen. Dazu sind Kinder erst im Alter mit vier bis fünf Jahren in der Lage. Beim Babyschwimmen stehen Wassergewöhnung und die Förderung der kindlichen Entwicklung im Mittelpunkt. „Das Babyschwimmen ist richtig toll. Ich möchte Alea, die jetzt sieben Monate alt ist, schon früh an das Wasser gewöhnen“, sagt Ramona Kar. Gute Erfahrungen mit der Wassergewöhnung hat Claudia Stosiek schon bei ihrer älteren Tochter gemacht. „Daher machen wir das Babyschwimmen jetzt auch mit Marie mit, die acht Monate alt ist. Wir hoffen, sie wird genauso wasserbegeistert wie ihre Schwester“, erzählt sie.

Andrea Niederprüm (links) leitet das Babyschwimmen im Warmwasser-Bewegungsbad im Krankenhaus und führt die Übungen mit einer Puppe vor. Foto: Prümen, Norbert (nop)

Andrea Niederprüm hat inzwischen eine Matte ins Wasser gleiten lassen, auf die jede Mutter ihr Kind legt. Den Kontakt am eigenen Kind haltend schieben alle gemeinsame die Matte langsam durch das angenehm warme Wasser. „Die Kinder müssen sich jetzt während der Bewegung auf der Matte ausbalancieren, was den Gleichgewichtssinn fördert“, erklärt Niederprüm, die mehr als nur froh ist, dass der Badverein den Erhalt des Schwimmbades im Krankenhaus ermöglicht hat. Kleine Bäder, in denen Mütter mit ihren Babys unter sich sind, liegen der Übungsleiterin am Herzen.

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