1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Kempen: Welch ein Zirkus !

Kempen : Welch ein Zirkus !

"u musst einfach eins, zwei zählen. Wenn du zwei sagt, wirfst du den zweiten Ball", erklärt Niklas Rommerskirchen. Bilal hört genau zu, visiert den grünen Ball, wirft ihn in die Luft, zählt und der zweite Ball in Rot folgt. Doch statt die Bälle wieder sicher in seinen Händen landen, kullern sie über den Boden. "Macht nichts, noch mal. Schau noch mal her", fordert Rommerskirchen den Zehnjährigen auf.

Geduldig macht er es vor. "Erst die rechte Hand. Ball nach oben werfen, zählen, jetzt der nächste Ball", beschreibt er seine Tätigkeit. Gekonnt wirbeln die beiden bunten Bälle durch die Luft. Bilal schaut genau hin, dann startet er erneut. Und siehe da, es funktioniert. "Super", lobt Rommerskirchen, als beide Bälle in der Luft sind und der Schüler sie wieder geschickt auffängt und abermals wirft.

Während die zehnjährigen Schüler Bilal, Lena und Dennis unter Anleitung des Pädagogikstudenten fleißig mit zwei Kunststoffbällen, die übrigens Babbel-Balls heißen, üben, fliegen ein Stück weiter, unter Anleitung von Thomas Vornholt, bei Franziska schon drei Lederbälle.

Voller Konzentration beobachtet die 16-Jährige Gymnasiastin ihre runden Gesellen. "Man darf nur nicht die Kontrolle verlieren", lacht sie. Kaum ausgesprochen, passiert es, das kunstvolle Luftgebilde purzelt zusammen. Bälle aufsammeln und weiter geht es mit dem Üben. Zirzensische Übungen, die standen gestern im Mittelpunkt im Schulforum St. Hubert. Für zwei Tage bestimmt dort ein Zirkus-Workshop die Arbeit von insgesamt 40 Schülern des Kempener Gymnasiums Thomaeum und der St. Huberter Johannes-Hubertus-Schule. Die Schüler vom Zirkus Thomelli des Gymnasiums und vom Zirkus Ramba Zamba der Förderschule beschäftigen sich während des diesjährigen Workshops mit Jonglage, Clownerie und Zauberei.

"Einen solchen gemeinsamen Workshop bieten wir seit sechs Jahren mit verschiedenen Workshopleitern einmal im Jahr an und das mit großem Erfolg", berichtet Förderschullehrerin Andrea Gotsche-Drötboom.

Aber nicht nur bei Rommerskirchen und Vornholt wird fleißig geübt. In der Bewegungswerkstatt der Johannes-Hubertus-Schule ist Zaubern angesagt. Andrea Schmitz-Kröll, besser als Andrea, die Zauberfrau bekannt, unterweist elf Schüler in die hohe Kunst der Magie. Doch bevor die Zauberlehrlinge selber an die Kunststücke heran dürfen, heißt es, Zauberutensilien in Eigenarbeit herstellen. Mit Seilen, Scheren und Klebestreifen bewaffnet, geht es an die Konstruktion der Seile für den Seiltrick. Ausgelassen geht es dagegen im Psychomotorikraum zu. Die Schüler rennen durch den Raum und versuchen, sich zu fangen. "Das ist eine Aufwärmübung und nennt sich Schneemannfangen", erklärt Clown Lakritze. Dahinter steckt Kirsten Bohle, die die Kids an beiden Tagen in Clownerie unterrichten wird, damit bei der großen Vorführung in der nächsten Woche auch alles klappt.

(RP)