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Weihnachtsbaumverkauf auf Gut Heimendahl in Kempen

Kempen : Baum fürs Fest – am besten selbst geschlagen

Der Weihnachtsbaumverkauf läuft auf Hochtouren. Auf Gut Heimendahl in Kempen-Unterweiden hat Forstwirt Daniel Poinsitt alle Hände voll zu tun. Er begleitet die Kunden in die Schonung und hilft beim Sägen.

„Weihnachtsbäume von eigenen Kulturen“, verkündet das Schild an der großen Schonung von Gut Heimendahl am Krefelder Weg in Kempen-Unterweiden schon von weitem. Natur pur erwartet denjenigen, der sich mit der Familie auf die Suche nach dem passenden Baum fürs Weihnachtsfest begibt. Viele Kunden haben ihre Bäume bereits abgeholt, andere sie reservieren lassen. „Vor zwei Wochen standen die Bäume noch dicht an dicht. Jetzt ist es schon etwas lichter geworden“, sagt Gutsherr Hannes von Heimendahl. Ein Weihnachtsbaum aus heimischen Gefilden, kurz vor dem Fest geschlagen, ist in Sachen Frische durch nichts zu ersetzten, wobei gerade in diesem Jahr aufgrund der langen Trockenheit manche Weihnachtsbaumkultur arg gelitten hat.

Auf Gut Heimendahl hat man Glück gehabt. Das Wetter hat den Tannenbäumen weniger zugesetzt als in manch anderen Regionen. „Wir haben hier schwere Böden, die das Wasser besser speichern als zum Beispiel ein sandiger Boden“, sagt Hannes von Heimendahl. Nichtsdestotrotz dürfe man nicht vergessen, dass jeder Baum ein Lebewesen sei und daher der eine oder andere Tannenbaum weniger gut mit der Trockenheit zurechtgekommen sei, ergänzt er. Eine Tanne könnte in diesem Jahr etwas schneller nadeln als sonst.

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Dass es einer Tanne nicht so gut geht, sei schon an deren Färbung zu erkennen, so der Experte. Hat sie einen gelblichen Schimmer, ist dies ein Zeichen für eine Schädigung. Ein anderes Signal sind die Zapfen. „Wenn junge Fichten im Alter zwischen fünf und sechs Jahren vermehrt Zapfen bilden und diese am Baum hängen, sieht das zwar sehr schön aus. Ist aber ein Indikator dafür, dass der Baum akuten Stress gehabt hat“, erklärt Daniel Poinsitt.

Der Forstwirt und Revierjagdmeister ist in dieses Tagen regelmäßig mit Hand- und Motorsäge in den Weihnachtsbaumkulturen anzutreffen. Hier hilft er beim Schlagen der Bäume, wenn sich jemand seinen persönlichen Weihnachtsbaum ausgesucht hat. Das kann manchmal ganz schnell erfolgen, dauert aber in der Regel nahezu eine Stunde. Jeder Kunde ist schließlich auf der Suche nach dem perfekten Baum für die eigenen vier Wände. Während es die einen lieber buschig mögen, ist den anderen aufgrund des Platzes im heimischen Wohnzimmer eine schlanke Variante lieber. Besonders gefragt sind Bäume mit einer Höhe zwischen 1,50 und 2,50 Meter.

Nach wie vor sind die „Nordmänner“ im Wohnzimmer am beliebtesten. Ihr großer Vorteil: Ihre weichen Nadeln piksen nicht so, und sie halten in der Regel länger. „Dabei finde ich persönlich eine klassische Fichte sehr schön“, sagt Hannes von Heimendahl. Und dann gibt es da noch die Familien, die gar nicht auf der Suche nach dem schönsten Baum sind, sondern die ein krummes Exemplar mit zwei Spitzen oder einer so genannten Zwiesel mit nach Hause nehmen. „Wir haben eine Stammkunden-Familie, die sucht jedes Jahr genau so einen Baum aus“, erzählt der Gutsherr.

Der Baum im Ständer sollte gut gewässert erst kurz vor dem Schmücken in der Wohnung aufgestellt werden. Bis dahin tut ihm ein kühler Ort wie der Garten, die Terrasse, der Balkon oder die Garage gut. Übrigens muss niemand ein schlechtes Gewissen haben, der einen Tannenbaum aus einer Schonung holt. Diese Kulturen werden eigens für den Weihnachtsbaumverkauf angelegt und immer wieder neu bepflanzt. Der Großteil der drei bis vier Hektar großen Schonung auf dem Gut besteht aus Nordmanntannen. Nur auf einem kleinen Teil der Anbaufläche stehen Blaufichten oder Serbische Fichten. Zur Pflege der Kulturen werden Schafe eingesetzt. Sie halten das Gras zwischen den Tannen kurz. Pflegeschnitte werden vermieden. Auf Gut Heimendahl wachsen die Bäume so, wie die Natur es vorgibt. Spritzmittel in Form von Pestiziden oder Dünger werden nicht eingesetzt.

Die Preise für die Weihnachtsbäume liegen auf Gut Heimendahl in diesem Jahr für die Nordmanntannen bei 22 Euro pro Meter. Die Fichten kosten pro laufendem Meter zwischen 15 bis 18 Euro.