1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Wahllokale in Kempen und Willich trotz Corona gut besucht

Bundestagswahl 2021 im Kreis Viersen : Wahllokale verzeichnen regen Zulauf trotz Corona

Viele Wahlberechtigte kamen am Sonntag persönlich ins Wahllokal, um ihre Stimme abzugeben. In Willich gab es für Kinder, die die Eltern dabei begleiteten, sogar Gummibärchen.

Im Wahllokal 9090 der Stadt Willich geht es am Sonntag zu wie im Taubenschlag: Familien mit Kindern, Paare, einzelne Wähler kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Astrid-Lindgren-Schule an der Wilhelm-Busch-Straße in Schiefbahn, um ihre Stimmen für die Bundestagswahl abzugeben. Um 8 Uhr öffneten die Wahllokale, bis 13 Uhr sind knapp 400 Wähler gekommen. „Ich hätte es mir ruhiger vorgestellt, weil es so viele Briefwähler gab“, sagt Stefan Weyerhorst, der seit 1993 bei der Stadtverwaltung arbeitet und seither auch bei Wahlen im Einsatz ist. Die Corona-Pandemie sei sicherlich einer der Gründe, warum sich so viele für die Briefwahl entschieden, meint der Wahlvorsteher. Ohnehin sei die Briefwahl immer populärer geworden.

Die Wahlbeteiligung im Wahllokal 9090 sei in den vergangenen Jahren immer hoch gewesen, erzählt Weyerhorst, der immer dort in der Astrid-Lindgren-Schule die Wahlen begleitete. Deshalb rechne er auch für diese Wahl mit einer hohen Beteiligung. Inklusive Briefwählern können im Bereich des Wahllokals 9090 1495 Wahlberechtigte wählen. Die erste Hoch-Phase erlebten die acht Wahlhelfer in der Astrid-Lindgren-Schule zwischen 11 und 12 Uhr am Morgen, viele Erstwähler seien darunter gewesen, auch Familien mit Kindern, „die kriegen Gummibärchen, so lange wir welche haben“, sagt der Wahlvorsteher schmunzelnd.

  • Wahllokale, Briefwahl, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Hamburg wissen müssen
  • Wahllokale, Briefwahl, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in München wissen müssen
  • Wahllokale, Briefwahl, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Berlin wissen müssen

Corona-bedingt müssen die Helfer in den Wahllokalen auf einige Regeln achten. Zwar gilt für die Bundestagswahl keine 3G-Regelung, die Wähler müssen also nicht nachweisen, ob sie geimpft, getestet oder genesen sind. Aber sie müssen Masken tragen, den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Daran hielten sich auch alle, berichtet Weyerhorst: „Die Leute sind sehr diszipliniert, sie warten, bis sie reingerufen werden.“ In den Räumlichkeiten der Schule könne der Mindestabstand „problemlos eingehalten werden“, fügt der Wahlvorsteher hinzu. Da die Wahllokale auch gelüftet werden sollen, halten die Helfer alle Fenster und Türen ständig geöffnet, „wir tun unser Möglichstes“, sagt Weyerhoff.

Auch im Kempener Wahllokal 3100 in der Kindertagesstätte Hoppetosse ist der Zulauf am Wahlsonntag rege. „Als wir um 8 Uhr geöffnet haben, standen schon die ersten fünf Leute vor der Tür“, erzählt Wahlvorsteher Michel Kurfürst. Die Wahlbeteiligung sei sehr gut, „es geht hier Schlag auf Schlag.“ Dabei kämen die Wähler gut verteilt, „es stehen nie mehr als vier oder fünf Personen in der Warteschlange“, sagt Kurfürst.

1500 Personen sind im Bereich des Wahllokals 3100 wahlberechtigt, 685 davon hatten sich bereits im Vorfeld für die Briefwahl entschieden. Auf die Einhaltung der Corona-Regeln achteten die Wähler sehr gut, lobt Kurfürst: „Es funktioniert deutlich besser als im vergangenen Jahr, man hat sich dran gewöhnt.“ Zu den Corona-Maßnahmen im Wahllokal gehört auch die regelmäßige Desinfektion der Kugelschreiber, mit denen die Wähler ihre Kreuzchen machen können. „Wir haben 30 Kulis hier, die werden zwischendurch desinfiziert“, sagt Kurfürst. Viele Wähler hätten aber auch eigene Kugelschreiber dabei.

Die gute Wahlbeteiligung und das hohe Aufkommen an Briefwählern wird den Wahlhelfern einen langen Abend bescheren, davon sind die Wahlvorsteher in Kempen und Willich überzeugt. Jeweils acht Personen zählen ab 18 Uhr, wenn die Wahllokale schließen, die Stimmen aus. „Bei der hohen Beteiligung hier im Bezirk werden wir vermutlich bis 20 Uhr brauchen“, meint Kurfürst. „Ich gehe davon aus, dass wir bis 19.30 Uhr komplett ausgezählt haben“, sagt Weyerhorst.