Vorarbeiten für Sondierung des Kampfmittelräumdienstes in Kempen

Blindgänger: Bombensuche am Schmeddersweg in Kempen

Ein Spezialunternehmen aus dem Harz markiert Ackerflächen, die für das künftige Baugebiet Kempen-West vorgesehen sind.

Anwohnern und aufmerksamen Spaziergängern sind die kleinen Holzpflöcke im Acker schon aufgefallen. Die ersten wurden bereits im Dezember auf dem Gelände zwischen der Ziegelheider Staße und dem Schmeddersweg in der Nähe der Reithalle gesetzt. Nun gibt es weitere Markierungen am Sporthotel und in Richtung Berliner Allee. Gesetzt haben die Holzstücke Mitarbeiter einer Spezialfirma aus dem Harz. Die wurde beauftragt, die Fläche nach möglichen Blindgängern abzusuchen. Die Sondierung ist der Auftakt einer größeren Untersuchung im Vorfeld der Planungen für das Neubaugebiet im Kempener Westen.

Wie Kempens Stadtsprecher Christoph Dellmans auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, werden diese Sondierungen nun vorgenommen, um bereits im Vorfeld der weiteren Planungen für das neue Stadtquartier, das in einem ersten Teilabschnitt zwischen Straelener- und Ziegelheider Straße entstehen soll, Klarheit über die Beschaffenheit des Bodens zu erlangen. Solche Untersuchungen sind vorgeschrieben. Zumeist teilt die Bezirksregierung Düsseldorf den Kommunen mit, ob sich auf einem bestimmten Gelände möglicherweise Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Anhand von historischen Luftbildaufnahmen der Alliierten können mögliche Fundstellen ziemlich genau eingegrenzt werden.

So hatte die Bezirksregierung zuletzt im vergangenen Jahr Hinweise, dass auf dem Gelände an der Hülser Straße in Kempen, auf dem ein Baumarkt entstehen soll, möglicherweise alte Kampfstoffe im Boden sind. Die Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst wurden bekanntlich fündig und entschärften einen Blindgänger. In den nächsten Wochen wird auf dem Gelände der Sportanlage an der Schaephuysener Straße in Tönisberg ebenfalls nach Relikten des Bombenkrieges gesucht. Für die Kampfmittelräumdienste ist die Arbeit mittlerweile Routine.

Ob sich am Schmeddersweg tatsächlich altes Kriegsmaterial im Acker befindet, wird sich in den nächsten Tagen zeigen, wenn die markierten Verdachtsstellen näher untersucht werden. Ein kleiner Bagger steht dafür schon bereit. Die Markierungen besagen nämlich noch nicht, dass an dieser Stelle eine Bombe oder Granate liegt. Es ist lediglich das Suchfeld eingegrenzt. Es können übrigens auch andere Metallgegenstände, etwa ein abgebrochenes Teil eines Ackerpfluges, gefunden werden. Sollte sich tatsächlich etwas zu Entschärfendes finden, wird die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit entsprechend informieren. Das ist das übliche Verfahren.

Mehr von RP ONLINE