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Von Halloween bis Maria Lichtmess gibt es zahlreiche Bräuche, die mit Licht zu tun haben. Diesen Traditionen widmet sich eine Ausstellung, die am Sonntag im Kulturforum eröffnet wird.

Kempen : Dunkle Tage, kalte Nächte

Von Halloween bis Mariä Lichtmess gibt es zahlreiche Bräuche, die mit Licht zu tun haben. Diesen Traditionen widmet sich eine Ausstellung, die am Sonntag im Kulturforum eröffnet wird.

Bricht die dunkle Jahreszeit an, spielt Licht in unserem Leben eine ganz besondere Rolle. „Dunkle Tage, kalte Nächte“ heißt die Ausstellung, die am Sonntag im Kramer-Museum eröffnet wird. Die Exponate stammen zum großen Teil aus der Sammlung von Monika Lennartz, die bereits mehrere Ausstellungen in Kempen bestückt hat.

St. Martin, die Adventszeit, Weihnachten, Silvester, Mariä Lichtmess – überall spielt Licht eine Rolle und sorgt für entsprechende Stimmung. Die Ausstellung ist als Rundgang konzipiert und führt chronologisch durch Bräuche und Traditionen. Auch Halloween hat man in die Ausstellung eingebunden. Viele wüssten schließlich gar nicht, welche Ursprünge das Fest habe, sagt Lennartz: „Es ist ein alter irischer Volksbrauch zu Erntedank.“ Auswanderer brachten ihn in die USA. Dort wurde er ein wenig gepimpt, um dann in seiner erneuerten Form in Deutschland Fuß zu fassen.

 Zahlreiche liebevoll gestaltete Figürchen  rund um Themen der Adventszeit sind in der Ausstellung zu sehen.
Zahlreiche liebevoll gestaltete Figürchen  rund um Themen der Adventszeit sind in der Ausstellung zu sehen. Foto: Norbert Prümen

Wenige Meter weiter begegnet einem St. Martin, über den man in Kempen keinem irgendetwas erzählen muss. Er sitzt auf einem hölzernen Pferd und teilt für den Bettler seinen Mantel. Der Nikolaus ist besonders bei den Kindern ein äußerst beliebter älterer Herr, der stets pünktlich am 6. Dezember mit seinen Päckchen vor der Tür steht. Besonders in den Alpenländern ist er mit zahlreichen Bräuchen präsent. Im Raum Salzburg etwa stellen die Kinder ein „Nikologartl“ auf die Fensterbank, damit der Heilige Mann sie auch bloß nicht vergisst.

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Liebevoll gebastelte kleine Häuschen symbolisieren den Weihnachtsmarkt, der ursprünglich übrigens ein Handwerkermarkt war, der sich im Laufe der Jahre einem gründlichen Wandel unterzogen hat. Verschiedene Adventskränze vervollständigen das festliche Bild, so dass einen unweigerlich schon Ende Oktober weihnachtliche Gefühle überkommen. Eine ganz besondere Tradition ist der Paradeisl, der besonders im alpenländischen Raum bekannt ist. Er besteht aus drei bemalten oder mit rotem Band umwickelten Holzstäben, die zu einer Dreieckspyramide verbunden werden. Hinzu komen Kerzen, von denen an jedem Adventssonntag eine angezündet wird.

 Halloween ist auch in Deutschland längst etabliert und Bestandteil der Ausstellung.
Halloween ist auch in Deutschland längst etabliert und Bestandteil der Ausstellung. Foto: deckers

Was wäre das Fest ohne einen Weihnachtsbaum? Eine besondere Variante ist der Hiddenseer Bügelbaum. Ihn hat man erfunden, weil es früher auf den Inseln keinen ausreichenden Bestand an Nadelbäumen gab und die Beschaffung vom Festland für die arme Bevölkerung viel zu teuer war. Der hatte seine Planstelle auf der Fensterbank: „Dann leuchtet die ganze Insel“, sagt Monika Lennartz.

Nach Weihnachten ist es vorbei mit Ruhe und Besinnlichkeit. Es naht Silvester mit all seinen bekannten Begleiterscheinungen, die oft mit Lärm verbunden sind. Die Ausstellung erinnert auch an das Bleigießen, das heutzutage den meisten vollkommen unbekannt ist. Mit dem Dreikönigstag am 6. Januar und Mariä Lichtmess am 2. Februar endet die interessante und anregende Reise durch die Welt der Licht- und Winterbräuche.

Die Ausstellung „Dunkle Tage, kalte Nächte“ im Kulturforum wird am Sonntag, 28. Oktober, 11.30 Uhr, eröffnet. Zu sehen ist sie bis zum 3. Februar. Monika Lennartz, Sammlerin und Kunsthandwerkerin, spricht bei der Eröffnung einige einleitende Worte. Für den guten Ton sorgt Ute Gremmel-Geuschen an der König-Orgel.