Stadt Kempen: Voescher Schützen feiern - auch ohne König

Stadt Kempen : Voescher Schützen feiern - auch ohne König

Eigentlich sollte der Pfingstmontag der Höhepunkt des Schützenfestes der Voescher Junggesellen-Bruderschaft sein, doch am Sonntag war das Fest so gut wie beendet. Der Grund: Beim Vogelschuss am Ostersonntag hatte es erstmals in der 345-jährigen Geschichte der Bruderschaft keinen König gegeben. "Die Grundfesten des Voescher Brauchtums warenn erschüttert", so Brudermeister Marc Dellen. Die Junggesellen haben sich jedoch nicht unterkriegen lassen und trotzdem gefeiert. Ausklang ist am kommenden Freitag ab 20 Uhr mit dem Dorfabend.

Es gibt derzeit Überlegungen bei den Junggesellen, intern noch einmal einen Versuch zu starten, einen König zu ermitteln, denn ansonsten hätte man in den kommenden Jahren keinen Regenten. Bezirksbundesmeister Uli Loyen aus Vorst spendet den Junggesellen ein wenig Trost: Es sei kein Einzelfall, dass eine Bruderschaft ohne König sei. Ein Drittel der Bruderschaften habe das selbe Problem: "Es wird immer schwieriger, einen Schützenkönig zu finden." In der Region waren es vor Jahresfrist die Schlibecker Matthiasschützen, die ihr Fest ausfallen ließen.

Weithin sichtbar waren es in Voesch die Maienreiter auf ihren stattlichen Kaltblütern, die das Fest eröffneten. Sie fanden ebenso den Weg bis nach St. Hubert. Fahnen zierten die Häuser und die mit Rosen geschmückten Maien die Wege und Straßen des Festzugs. Für den 65 Jahre alten Theo Bruckes war es ein besonderer Ritt, denn er ist seit genau 50 Jahren dabei. "Ein solcher Ritt ist für mich immer das Schönste und das Volkstümliche bei einem Schützenfest." Nach der Mallorcaparty mit Stargast Willi Herren zogen die Schützen am nächsten Morgen in die Pfarrkirche ein, anschließend begann im Zelt der Frühschoppen. Es war auch ohne König ein Fest mit den Voescher Bürgern und befreundeten Bruderschaften, dass sich sehen lassen konnte.

(mab)
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