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Viele Besucher beim Hoffest auf Gut Heimendahl in Kempen

Traditionelles Hoffest zieht Besucher an : Bunter Markt auf Gut Heimendahl

Hunderte Besucher genossen die entspannte Atmosphäre beim Hoffest. Künstler und Handwerker ließen sich bei der Arbeit gern über die Schulter schauen.

Vor dem Stand von Stefan Reith schauen Besucher bewundernd zu, wie der Korbflechter Weiden in ein Objekt einflechtet. „Das wird eine Rankhilfe. Unten haben wir den Korb, in den eingepflanzt wird. An den Weidenstangen, die oben zusammengefasst werden, können die Rankpflanzen dann nach oben wachsen“, erklärt Reith, der gelernter Korbflechter ist. Ob Einkaufskorb, Tablett, Hundekorb, Gartenobjekt oder Wäschetruhe – alles am Stand des Flechtwerkgestalters, wie der Beruf seit 2007 offiziell heißt, ist Handarbeit.

Und Handarbeit bildet den Schwerpunkt beim Hoffest auf Gut Heimendahl. Die Besucher, die zu Hunderten auf die historische Gutsanlage strömen, können Künstlern und Handwerkern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Fatma Arslan begeistert mit ihren Häkelarbeiten: Giraffen, Schafe, Bären, Elefanten, Einhörner, alles an ihrem Stand ist gehäkelt. „Als ich meine Enkel alle ausgestattet hatte, bin ich auf die Märkte gegangen“, erzählt sie lachend, während sie das nächste Tier häkelt. Während bei ihr die Häkelnadel im Einsatz ist, hantiert Benny Kirten mit Lochzange. Ahle und Hammer, um Ledergürtel anzufertigen. Bei Brigitte Lang müssen die Besucher ein bisschen Geduld mitbringen. Die Grafik-Designerin zeichnet nämlich Porträts. Je nach Gesicht dauert es 15 bis 20 Minuten, bis man sein zweites Ich in Händen hält.

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Probieren ist bei Onkel Huberts Naturbrot-Mischungen angesagt: Auf Holzbrettchen liegen kleine Brotstücke mit und ohne Butter, die zum Testen einladen. Ein Angebot, das gerne war genommen wird. „Mein Onkel Hubert ist 84 Jahre alt und Müller gewesen. Das sind allesamt Brotkreationen, die vor 100 Jahren schon so gebacken wurden. Unsere Brotmischungen bestehen nur aus Naturstoffen“, erklärt Herri Nolten. Fünf Sorten hat Nolten dabei, darunter auch den „Rheinländer“, ein mildes Schwarzbrot. „Lecker“, lautet das Urteil von Bettina Hülbusch, die gleich drei Brotmischungen einkauft, die „wir mit nach Spanien nehmen, damit wir dort ein herzhaftes Brot haben“, wie sie erzählt.

Das Blöken von Schafen begleitet die traditionelle Schafschur, die zum Hoffest gehört wie das klassische Maibaumsetzen oder eine Fahrt mit der Bimmelbahn. Wie Schafswolle andere Farben erhält, demonstriert Silvia Schnell vom Wikingerhort Oberhausen. Bei ihr blubbert ein großer Kessel in der Feuerschale. Der Inhalt: Ein Kissenbezug, gefüllt mit Reseda. „Mit der Pflanze erhalten wir das sogenannte resedagelb“, sagt Schnell. Auch das Bürstenhaus ist da, das mobile Nähkästchen und Lasse Lakritze. Wer auf der Suche nach dem besonderen Fruchtaufstrich ist, der wird bei Barbaras Gaumenschmaus fündig.

Im Hof füllen sich derweil die Bierzelttische. Besucher stärken sich mit Speisen aus der Hofküche, bevor sie weiter bummeln. Ob historische Traktoren, bunte Raben, witzige Feueröfen, stilvolle Möbel, ausgefallene Bilder von Lost Places, Treibholz aus dem indischen Ozean, italienischer Käse – die Palette könnte nicht bunter sein.