Stadt Kempen: Viel Geld für schlagkräftige Feuerwehr

Stadt Kempen : Viel Geld für schlagkräftige Feuerwehr

Die Stadt Kempen investiert in diesem und den kommenden Jahren erhebliche Summen in die Modernisierung der Gerätehäuser, der Ausstattung und ins Personal für die Freiwillige Feuerwehr. Das Sirenenwarnsystem kommt wieder.

Wenn es um die künftige Entwicklung beim Brandschutz für die Kempener Bürger geht, ist sich die Politik in der Thomasstadt längst einig: Bei allen Sparbemühungen, die angesichts der angespannten Lage des städtischen Haushalts auch in den kommenden Jahren geboten sind, bei Feuerwehr und Rettungsdienst darf nicht am falschen Ende gespart werden. So gibt es derzeit bei den Beratungen zum Haushaltsentwurf für 2014 keinerlei kontroverse Diskussionen, wenn es beispielsweise um die geplante Modernisierung der beiden Feuerwehrgerätehäuser in Tönisberg und Schmalbroich geht. Die hat der beauftragte Gutachter, der für die Stadt den Brandschutzbedarfsplan im vergangenen Jahr aktualisiert hatte, sozusagen ins Pflichtenheft geschrieben. So sind für dieses Jahr im städtischen Haushalt 350 000 Euro für die Modernisierung des Gerätehauses in Tönisberg eingestellt worden. In der Finanzplanung für 2015 sind weitere 335 000 Euro für die Erweiterung des Gerätehauses in Schmalbroich vorgesehen.

Doch nicht nur moderne Gerätehäuser sind notwendig, damit die 216 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr in Kempen weiterhin so gut und engagiert wie in der Vergangenheit arbeiten können. Für den Löschzug Kempen soll es in diesem Jahr ein neues Rüstfahrzeug geben. Der alte Wagen hat ausgedient. 360 000 Euro soll das neue Fahrzeug kosten. Für die Einführung des modernen Digitalfunks sind weitere 165 000 Euro im städtischen Haushalt eingeplant.

Etwas Altes feiert in Kempen demnächst fröhliche Urständ: In der Thomasstadt wird wieder ein Sirenenwarnsystem aufgebaut. Das ist vor Jahren als veraltet abgeschafft worden. Die Sirenen wurden stillgelegt und abgebaut. Nun werden sie in den kommenden Jahren wieder auf Dächern von zentralen Gebäuden in den Stadtteilen zu finden sein. Für den Aufbau eines neuen Sirenenwarnsystems sind in diesem Jahr 53 000 Euro und in den folgenden Jahren jeweils weitere 30 000 Euro veranschlagt.

Der Erste Beigeordnete Hans Ferber, der im Kempener Rathaus unter anderem für Feuerwehr und Rettungsdienst zuständig ist, begründete diese Rückkehr zum alten Warnsystem in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten, Feuerschutz und Verkehr am Dienstagabend unter anderem damit, dass sich landauf landab eine öffentliche Information der Bürger über Brände oder größere Katastrophenfälle ausschließlich über Rundfunk oder Durchsagen über Polizeifahrzeuge, die durch die betroffenen Ortsteile fuhren, aus Sicht von Experten nicht bewährt habe. "Da hat es Fälle gegeben, in denen Anwohner die Fenster ihrer Wohnungen aufrissen, als die Polizei via Streifenwagen ihnen gerade mitteilte, die Fenster unbedingt geschlossen zu halten, weil bei einem Industrieunternehmen möglicherweise giftige Dämpfe freigesetzt wurden", umriss Ferber beispielhaft ein Szenario, wie es sich in der Vergangenheit zwar nicht in Kempen, aber andernorts durchaus abgespielt hat.

Stichwort Unternehmen: Zwei Firmen, die in Kempen ihre chemischen Betriebe haben und dafür besondere Vorkehrungen in Sachen Brandschutz treffen müssen, haben laut Ferber ihre Bereitschaft signalisiert, sich am Aufbau eines neuen Sirenenwarnsystems finanziell zu beteiligen. Dies wurde von den Fraktionen im Fachausschuss sehr begrüßt.

(RP)
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