Verwarngelder für illegale Badegäste am Königshüttesee

Kempen : Teures Badevergnügen am Baggersee

Verwarngelder in einer Höhe bis zu 50 Euro pro Person mussten die illegalen Badegäste zahlen, die bei der Kontrollaktion am Königshüttesee angetroffen wurden. Der Müll auf dem Gelände ist ein großes Problem.

Ob die Aktion ein Erfolg war, sei einmal dahingestellt. Denn anders als zuletzt an den besonders heißen Sommertagen bevölkerten am Donnerstagnachmittag nicht allzu viele illegale Badegäste das Gelände rund um den kleinen See an der Königshütte. Kreis Viersen und Stadt Kempen waren auf dem Gelände unterwegs, um „Wildschwimmer“ ausfindig zu machen. 57 Personen, die angetroffen wurden, mussten ein Verwarngeld in Höhe von 50 Euro bezahlen. Hinzu kamen 20 Verwarngelder, die Mitarbeiter des Kempener Ordnungsamtes gegen Autofahrer, die ihre Wagen entlang der Hülser Straße (B 509) im Bereich des Sees abgestellt hatten.

Die Sonderkontrolle war von langer Hand vorbereitet. Der Eigentümer des Areals, das Auskiesungsunternehmen Kloesters, musste zustimmen, dass die Behörden auf dem Gelände tätig werden konnten. Seit Jahren ärgern den Privatbesitzer die vielen Badegäste, die verbotenerweise den See bevölkern und ihren Müll dort hinterlassen. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Viersen ist das illegale Treiben in dem Landschaftsschutzgebiet ebenfalls ein Dorn im Auge.

Neben jeder Menge von Müll wurde auch dieser aufgebrochene Tresor auf dem Gelände am See gefunden. Foto: Kreis Viersen

Landschaftswächter kontrollieren im Auftrag des Kreises regelmäßig in dem Gebiet. Doch es schwierig, das Problem in den Griff zu bekommen. Mitarbeitern des Kempener Ordnungsamtes, die regelmäßig gegen Parksünder im Umfeld des Sees vorgehen, berichten von Gewaltandrohungen der ertappten Autobesitzer. Auch Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens, die im Auftrag der Firma Klösters auf dem Gelände im Einsatz waren, zogen sich zurück, als ihnen von „Badegästen“ Prügel angedroht wurde.

Mitarbeiter des Kempener Ordnungsamtes verteilten an der Hülser Straße insgesamt 20 „Knöllchen“ für verbotenes Parken. Foto: Wolfgang Kaiser

Ganz so dramatisch verlief der Einsatz am Donnerstagnachmittag nicht: Es blieb friedlich. Die angetroffenen Badegäste waren allerdings um keine Ausrede verlegen, als sie darauf hingewiesen wurden, dass das Betreten des Gelände verboten sei. Eine Gruppe junger Männer mit Migrationshintergrund wusste zudem nicht, dass Grillen mit offenem Feuer ohnehin wegen Waldbrandgefahr strengstens verboten ist. Auch sie zahlten nach längerer Diskussion mit den Kontrolleuren jeweils ein Verwarngeld von 50 Euro. Außerdem mussten sie ihre mitgebrachten Sachen – neben dem Grill jede Menge Lebensmittel, Spirituosen und andere Getränke sowie Decken und eine Shisha-Pfeife zusammenpacken und mitnehmen.

Das Bild, das sich den Kontrolleuren bei ihrem Rundgang bot, war erschreckend. Überall lag Müll herum: jede Menge Plastik- und Glasflaschen, Zigarettenschachteln und -kippen, Decken, Badelaken und sogar ein kleiner Schranktresor. Den hatten Diebe offenbar auf das Gelände geschleppt, um ihn dort aufzubrechen. Für die Kontrolleure von der Landschaftswacht stand schnell fest: „Manche Leute haben einfach keine Hemmungen mehr – so nach dem Motto, einer wird den Dreck schon wegräumen“, hieß es.

Für die Naturschutzbehörde und die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Landschaftswacht ist das verbotene Treiben am Königshüttesee ein großes Problem. Die illegalen Badegäste zerstören ein Naturschutzgebiet, das sich erst langsam entwickelt. Seltene Wasservögel brüten hier, Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind, finden hier neuen Lebensraum. „Und der wird einfach kaputt gemacht“, meinte einer der Naturschützer.

Schon jetzt steht fest: Es wird von Fall zu Fall weitere Kontrollen geben – zunächst nur außerhalb des Geländes. Wann es dort wieder einen Einsatz gibt, darüber muss der Privateigentümer mit entscheiden.