Verwaltungsreform in Grefrath

Verwaltungsreform : Grefrather Gemeindeverwaltung sucht neuen Fachbereichsleiter

Der personelle Umbau im Rathaus geht weiter. Amtsleiter alter Prägung wird es künftig nicht mehr geben. Mehrere Ämter werden in Fachbereichen gebündelt.

Gesucht wird eine „freundliche und aufgeschlossene Führungskraft“, heißt es in der Stellenausschreibung für einen Leiter oder eine Leiterin für den Fachbereich 2 der Gemeindeverwaltung Grefrath. Der Aufgabenschwerpunkt ist Ordnung und Soziales.

Fachbereiche sind im Grefrather Rathaus noch eine Neuheit. Denn bisher hatte die Verwaltung fünf Amtsleiter für Hauptamt, Sozialamt, Ordnungsamt, Kämmerei und Bauamt. Bald gibt es drei Fachbereichsleiter für Kämmerei und Hauptamt, Ordnung und Soziales sowie Bauen.

„Das ist auch das System, das uns in der Organisationsuntersuchung der Firma „Allevo Kommunalberatung empfohlen wurde“, sagt Bürgermeister Manfred Lommetz. Viele andere Kommunen arbeiten bereits so. Die Stellen der Fachbereichsleiter ermöglichen eine bessere Bezahlung, und die Gemeindeverwaltung hofft, so höher qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Je nach Qualifikation werden Fachbereichsleiter nach den Gehaltsstufen A 13 oder A 14 bezahlt.

Die Umstrukturierung verläuft nun schrittweise. Bereits nach dem Weggang von Hauptamtsleiterin Elvira Müller-Deilmann 2016 war ihr Posten in der alten Form nicht wieder besetzt worden. Nach dem Ausscheiden von Kämmerer Wolfgang Rive Ende des vergangenen Jahres hat sein Nachfolger An­dre Middelberg nun die Leitung des Fachbereichs 1 übernommen, zu dem neben den Finanzen auch das Schulverwaltungsamt, der Bereich Zentrale Dienste sowie die Verantwortung für das Personal gehören.

Nun bietet die bevorstehende Pensionierung von Ordnungsamtsleiter Norbert Franken, der im Juni 2020 in den Ruhestand geht, eine Gelegenheit für einen weiteren Umbau. Ausgeschrieben ist aktuell die Stelle als Fachbereichsleiter für den Fachbereich 2 mit den Aufgabenschwerpunkten Ordnung und Soziales. 23 Mitarbeiter gehören in diesen Bereich.

Zu den Kernaufgaben gehören Führung und Organisation des Fachbereichs, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Bürgerservice, Feuer- und Zivilschutz, soziale Angelegenheiten, Jugendangelegenheiten, Schul- und Sportverwaltung. „Die gesuchte Fachkraft hat damit die attraktive Gelegenheit, diese neue Organisationseinheit maßgebend mit zu gestalten“, heißt es in der Stellenausschreibung. Ganz statisch sei das System noch nicht. Je nachdem, wer sich für die Stelle qualifiziert, könne man noch bestimmte Themenfelder aufteilen, so Bürgermeister Lommetz.

Seit seinem Amtsantritt vor zehn Jahren arbeitet Lommetz daran, die Gemeindeverwaltung umzustrukturieren. Dazu gehörten auch Stelleneinsparungen. Freigewordene Stellen wurden teils nicht wieder besetzt. Zwölf Stellen hat er so einsparen können. Zurzeit arbeiten bei der Gemeinde Grefrath 92 Mitarbeiter, vier Auszubildende und zwölf Beamte. Für besondere Aufgaben werden aber auch neue Stellen geschaffen. Zum Beispiel im Bereich Sozialarbeit. Zudem denkt Lommetz über eine Verstärkung für Förderprojekte nach. Bisher habe man Anträge für millionenschwere Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzepte für Oedt mit dem vorhandenen Personal gestemmt. Damit stoße man aber an Grenzen.

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