Stadt Kempen: Verregneter Sommer: Reisefreude ungebrochen

Stadt Kempen : Verregneter Sommer: Reisefreude ungebrochen

"Elf Tage Spanien reichen mir aus. Dort findet sich ein anderes Extremum als in Deutschland. Es ist zu heiß", sagt die Kempenerin Ulrike Janßen. Zur Zeit werden wahrscheinlich nur wenige diese Meinung teilen, wie die Mitarbeiter der Kempener Reisebüros bestätigen können. Für sie gibt es zu Beginn der Ferien allerhand zutun. Aufgrund des schlechten Wetters sind die Last-Minute-Buchungen dieses Jahr verstärkt. Viele, die zuerst geplant hatten den Sommer dieses Jahr zu Hause zu verbringen, sehnen sich nun nach der Sonne und buchen noch kurzfristig ihren Urlaub.

Kunde muss flexibel sein

Christina Gerards arbeitet im Kempener Reisebüro Wingen an der Engerstraße. Sie sagt, dass Buchungen auch jetzt noch möglich seien. "Wenn der Kunde flexibel ist, finden wir für ihn immer noch was." Der Inhaber des First Reisebüros Kempen an der Burgstraße, Jürgen von Gehlen, teilt die Meinung seiner Kollegin. "Es gibt noch genug Last-Minute-Angebote. Der Kunde sollte aber dazu bereit sein, mehr Geld zu bezahlen. Er muss sich außerdem auch dem Zeitraum der Reise anpassen und damit rechnen, dass der gebuchte Flughafen nicht der nächstgelegene ist."

Auch Christa Liebermann ist Last-Minute-Bucherin. Sie wollte nicht so vorausschauend planen und ist deshalb bei der Urlaubsplanung lieber spontan. Anders Michaela Stiels: Sie fährt diese Wochen nach Italien und hat ihren Urlaub schon vor Monaten gebucht. "Ich habe mir schon gedacht, dass es aufgrund des schlechten Wetters dieses Jahr vermehrte Last-Minute-Buchungen gibt. Aus diesem Grund habe ich lieber früh gebucht."

Auch Griechenland gefragt

Zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen zählen nach wie vor Mallorca, Türkei, Ägypten und Bulgarien. Auch Kroatien und Portugal werden favorisiert. Wer denkt, dass Griechenland dieses Jahr kein beliebtes Urlaubsziel mehr ist, der irrt sich. "Anfang des Jahres gingen die Buchungen für Griechenland stark zurück. Daraufhin stiegen zunächst auch die Preise. Nach der Parlamentswahl gab es wieder mehr Anfragen unserer Kunden und die Preise haben sich auch wieder normalisiert", sagen Jürgen von Gehlen und seine Mitarbeiterin Hanna Jackiewicz. Die Reisefachangestellte Christina Gerards gesteht "Ich bin selbst Last-Minute-Bucherin." Die 39-Jährige empfiehlt dennoch möglichst früh zu buchen. "Die Preise sind günstiger und es ist mehr Auswahl vorhanden."

Frührentner Wolfram Selter empfiehlt all denjenigen, die nicht wegfahren wollen, eine günstige Alternative. "Ein längerer Urlaub ist für mich seit der Einführung des Euros nicht mehr möglich. Deshalb unternehme ich lieber Tagesausflüge. Braun werde ich auch beim Besuch im Kempener Freibad."

(MA04)
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