Stadt Kempen: Verliebt in die Schönheit der Boote

Stadt Kempen: Verliebt in die Schönheit der Boote

Das hochglanzpolierte Mahagoniholz fühlt sich genau so schön an, wie es aussieht. Diese Formen, diese Farbe, dieser Geruch – selbst für Segellaien war der "Tag der offenen Kajüte" in der Kempener Bootswerft von Sebastian Funger ein eindrucksvolles Erlebnis für alle Sinne.

Das hochglanzpolierte Mahagoniholz fühlt sich genau so schön an, wie es aussieht. Diese Formen, diese Farbe, dieser Geruch — selbst für Segellaien war der "Tag der offenen Kajüte" in der Kempener Bootswerft von Sebastian Funger ein eindrucksvolles Erlebnis für alle Sinne.

Das verwundert kaum, wenn man den Bootsbauer-Meister über seine Arbeit reden hört: "Besonders fasziniert mich die Konstruktion eines Bootes. Harmonische Verläufe, klassische Linien, eine elegante Erscheinung — es geht mir vor allem um Ästhetik."

Drei Västbris-Modelle

Schon als Kind musste Funger "in jedem Hafen Schiffe gucken". Der gebürtige Hülser absolvierte eine dreieinhalbjährige Ausbildung bei der Krefelder Bootswerft Kother, bevor er als Geselle verschiedene Stationen durchschritt. Im September 1997 machte der heute 40-Jährige seinen Meister und wurde bald darauf selbstständig. Seit drei Jahren ist er in einer Halle am Industriering Ost auf 300 Quadratmetern ansässig.

Am Standort Kempen schätzt Funger die zentrale Lage in Binnensegelrevieren von Roermond bis zur Ruhrtalsperre. Mit dem Meister arbeiten zwei Gesellen (für den Neubau zuständig) und ein Auszubildender. Fungers Frau Simone kümmert sich um die Büroarbeit.

Beim Tag der offenen Kajüte präsentierte Funger Beispiele seiner Arbeit, so die drei Västbris-Modelle, schwedische Langkielyachten mit einer Segelfläche von 20 bis 27 Quadratmetern. "Hier drinnen ist der Salon", sagt Bootsbauer-Geselle Daniel Wallney und geht die schmale Treppe in den Bauch des Bootes hinunter. Innen ist genug Platz für zwei Personen, inklusive Koje und Küchenzeile samt Ofen und Gaskocher. Am Bootsbau gefällt Wallney vor allem die Vielseitigkeit: "Man sieht sich immer mit neuen Aufgaben konfrontiert." Das Boot gehört einem Kunden, der es hier bei Funger überwintern lässt. "Im Sommer liegt diese Västbris 27 vor Roermond", sagt Funger.

Sechs Monate für ein Boot

Mit an Bord war am Samstag die Segelmacherei CS2 aus Voerde, und der hauseigene Smutje verwöhnte die Besucher mit schwedischen Köstlichkeiten. Bleibt die Frage, wie ein Bootsbauer an das schöne Mahagoniholz kommt. "Das beziehe ich von einem Krefelder Holzhändler", verrät Funger, der zwölf Lieferanten hat. Er selber fährt eine schwedische Landkieljolle — wenn er Zeit hat. Denn er arbeitet 70 Stunden an sechs Tagen die Woche… Für ein Boot benötigt Funger vier bis sechs Monate Bauzeit.

Kontakt Bootswerft Sebastian Funger,Industriering Ost 23, Ruf 02152/559940. www.bootswerft-funger.de

(RP)