Verfolgungsjagd aus Eindhoven endet in Kempen

Verfolgungsjagd über die Grenze : Flucht aus Eindhoven endet am Kempener Bahnhof

Eine Verkehrskontrolle der niederländischen Polizei in Eindhoven war der Auslöser einer Verfolgungsjagd über die niederländische Grenze bis nach Kempen. Dort wurde ein Wagen mit deutschen Kennzeichen gestoppt. Die drei Insassen wurden festgenommen.

Einem großen Aufgebot von niederländischer und deutscher Polizei ist es am Dienstagmittag gelungen, eine deutsche Fahrzeug am Kempener Busbahnhof zu stoppen und die drei Insassen, die noch versuchten zu fliehen, dingfest zu machen.

Gegen 12 Uhr war in der Innenstadt von Kempen plötzlich ein Großaufgebot an Polizeifahrzeugen mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs. Der Grund: Ein silberfarbener Dreier-BMW Kombi älteren Baujahres raste mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Stadt. Der Wagen mit deutschem Kennzeichen befand sich auf der Flucht vor der Polizei. Nach Angaben der niederländischen Polizei war der Wagen mit Siegener Kennzeichen gegen 11 Uhr bei einer Verkehrskontrolle in der niederländischen Stadt Eindhoven den dortigen Polizeibeamten aufgefallen. Als sie die Insassen, es handelt sich um drei Rumänen, kontrollieren wollten, gab der Fahrer Gas. Der Wagen floh – verfolgt von niederländischen Polizeifahrzeugen – zunächst in Richtung Autobahn. Von dort aus ging die rasante Fahrt in Richtung Venlo und deutsche Grenze. Unterwegs soll es zu gewagten Fahrmanövern der Flüchtenden gekommen sein. Der Fahrer versuchte einen Polizeiwagen von der Fahrbahn abzudrängen. Der Fluchtwagen wurde dabei beschädigt. Die Polizei sicherte den Verkehr auf der Autobahn, so gut es ging. Es kam zu keinem Verkehrsunfall.

Im Rahmen der Amtshilfe schaltete sich an der niederländisch-deutschen Grenze bei Venlo die deutsche Bundespolizei in die Verfolgung ein. Auf der Autobahn 40 ging die Verfolgung weiter in Richtung Duisburg. Inzwischen war auch die deutsche Autobahnpolizei und die Polizeibehörde Viersen mit Fahrzeugen beteiligt. An der Anschlussstelle Wankum der A 40 verließ das Fluchtfahrzeug die Autobahn, gefolgt von den Polizeifahrzeugen, darunter auch ein niederländisches Polizeimotorrad. Auch einen Hubschrauber setzte die deutsche Polizei ein. Von Wankum ging die rasante Fahrt Richtung Kempen. Im Stadtgebiet ließen sich die Verfolger zunächst ein wenig zurückfallen, um andere Autofahrer, Radler oder Fußgänger nicht zu gefährden.

Schließlich konnte der flüchtige Wagen am Kempener Busbahnhof von der Polizei gestoppt werden. Die drei Insassen, zwei Männer im Alter von 32 und 20 Jahren sowie eine 32-jährige Frau, versuchten noch über das Bahngelände zu fliehen. Sie konnte jedoch noch im Bereich des Bahnhofs gestellt und festgenommen werden. Das Geschehen fand unter den Augen zahlreicher Zeugen statt, die sich am Busbahnhof aufhielten und dort auf die Busse warteten.

Die Festgenommenen wurden zunächst zur Kempener Polizeiwache, die sich unmittelbar am Bahnhof befindet, gebracht. Dorthin zogen auch die niederländischen Beamten ab. Über Hintergründe der Flucht ist bislang nichts bekannt. Die Rumänen sollen als Kleinkriminelle mit Diebstählen bei Passanten in Eindhoven aufgefallen sein.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Das Fahrzeug, mit dem die drei Festgenommenen geflüchtet waren, ist im hinteren Bereich und an der Fahrerseite stark beschädigt. Der Wagen wurde zur kriminaltechnischen Untersuchung abgeschleppt. Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, die möglicherweise von dem Fluchtfahrzeug gefährdet wurden, sich unter der Rufnummer 02162 377-0 in Viersen zu melden.