Varieté-Show mit Schmitz-Backes in Kempen

Varieté-Show mit Schmitz-Backes : Zauberkünstler zeigt „Witz und Wunder im Pullunder“

Der Nettetaler Varieté-Künstler Schmitz-Backes zeigte im Haus Wiesengrund seine besondere Begabung: seine intelligente Spontaneität.

Der Pullunder ist sein Markenzeichen. Selbstgestrickt, mit eingearbeitetem Rautenmuster und kräftig abgesetzten Bündchen. Aus echter Angorakatzenwolle und in der kommenden Trendfarbe „Zahnsteinweiß“, wie der Zauberer und Varieté-Künstler Schmitz-Backes den Gästen im voll besetzten Saal von „Haus Wiesengrund“ in Kempen glaubhaft versicherte. Dazu trägt er noch eine Schieberkappe aus Tweed und ein markantes schwarzes Brillengestell. Mit seiner Solo-Show „Witz und Wunder im Pullunder“ unterhielt der Künstler aus Nettetal, der abseits der Bühne Michael Backes heißt, in der Reihe „Samstags halb 5“ das Publikum auf das Beste.

Wobei er nur zur Hälfte Nettetaler ist. Seine Mutter sei Kempenerin, verriet er: „Und Nettetaler bin ich durch einen guten Freund meines Vaters.“ Mit einer wunderbaren Mischung aus Humor, Zauberkunst und improvisierten Interaktionen mit dem Publikum gewann Schmitz-Backes schnell die Sympathien der Zuschauer. Seine intelligente Spontaneität war dabei seine besondere Begabung. Denn bald schon hatte er viele Gäste kennen gelernt.

Uli, Huberta und Kurt aus dem St. Huberter Tanzclub etwa müssen beim Zaubertrick mit den chinesischen Ringen herhalten. Während die beiden Herren sich bemühen, die Ringe auseinanderzuziehen, bewegt der Zauberkünstler sie scheinbar mühelos in- und auseinander. Er zaubert zu einer kleinen Geschichte poetische Ringbilder. Sogar die „Quadratur des Kreises“ gelingt ihm mit diesen Mitteln. „Danke Mama“, ruft er einer Dame zu, als sie applaudiert.

Josef aus dem Publikum wirkt beim Jonglieren mit. Nadja muss auf die Bühne und macht einen kleinen Zaubererkurs. Sie lernt, dass nicht alles quietscht, auf das sie drückt – und ist ehrlich erstaunt, als plötzlich der zweite Jonglierball in ihrer Hand auftaucht. Einfach nur komisch war es, als Schmitz-Backes mit wenigen Handgriffen aus einem braunen Frotteehandtuch ein „vegetarisches Brathähnchen“ formt. „Nehmen Sie kein größeres Handtuch, dann wird es ein Truthahn“, riet er.

Bei allen Blödeleien waren seine Zaubertricks handwerklich gut und verblüffend; so als er den Zauberwürfel, der im Publikum herumging, aus den Händen von Hedwig (gesprochen: „Hettwisch“) entgegennahm und dieser exakt mit dem eigenen übereinstimmte. „Wie machen Sie das?“, kam die Frage aus dem Publikum. „Verdammt gut“, so seine Antwort. Und da kann man nur zustimmen.

Seit 20 Jahren steht Schmitz-Backes auf der Bühne, seit zehn Jahren im Hauptberuf. Ja, und er könne davon leben, obwohl er manchmal ziemlich abgebrannt sei. Dabei öffnet er demonstrativ sein Portemonnaie, aus dem echte Flammen auflodern. „Jeder Auftritt ist anders, ich weiß nie, was passieren wird“, sagt er. Das mache ihm richtig Spaß. Diesen Eindruck dürfte auch das erfreute Publikum gehabt haben.

Mehr von RP ONLINE