Unter dem Parkplatz an der Mülhauser Straße in Kempen liegt eine Altlast

Kempen: Altlast unter Parkplatz ist ungefährlich

Unter dem Parkplatz an der Ecke Mülhauser Straße/Berliner Allee in Kempen schlummert eine Altlast. Sie stammt von einer ehemaligen Tankstelle, die 1979 ihren Betrieb eingestellt hatte. Die Stadt hat das Gelände untersuchen lassen.

Um es vorweg zu nehmen: Von der Altlast auf dem Gelände an der Mülhauser Straße in Kempen geht keine akute Gefahr aus. Das betonte der städtische Umweltreferent Heinz Puster am Montagabend in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Klimaschutz des Kempener Stadtrates. Gleichwohl hat die Stadt das Gelände im Blick. Mit einem so genannten Umweltmonitoring wird der Schaden in Boden und Grundwasser regelmäßig untersucht.

Auf dem Areal steht heute noch das frühere Wohnhaus des Tankstellenbetreibers an der Mülhauser Straße 44. Im hinteren Bereich befand sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein Mineralölhandel. Der Betrieb entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer Tankstelle. Die gehörte seinerzeit zu den größten in der Region. Der Mineralölhandel und die Tankstelle versorgte schon frühzeitig neben Kraftfahrzeugen vor allem landwirtschaftliche Maschinen mit den nötigen Kraftstoffen. Vor dem heute noch existierenden Haus an der Mülhauser Straße befand sich die Tankstelle. Sie wurde nach der Schließung des Betriebs im Jahre 1979 abgerissen. Im Boden befinden sich an dieser Stelle teilweise noch Reste von Mineralölprodukten. Auch im hinteren Teil des früheren Areals – hier ist heute der Parkplatz angelegt, den vor allem Besucher des Kempener Krankenhauses nutzen, – haben Experten schon vor Jahren Schadstoffe in Boden und Grundwasser festgestellt.

Wie Umweltreferent Puster jetzt im zuständigen Ausschuss mitteilte, ist die Fläche seit Jahren im Altlastenkataster eingetragen. Bislang ging von den Mineraöllkohlenwasserstoffen oder Benzolen, die sich im Boden befinden, keine Gefahren aus. Das Gleiche gilt für die Grundwasserbelastung. Zwar sind die vorgegebenen Grenzwerte teilweise erheblich überschritten, aber die Schadstoffe sind Angaben des von der Stadt beauftragten Gutachters ortsstabil. Das bedeutet: Sie bewegen sich nicht von der Stelle. Dazu erläuterte Umweltreferent Puster, dass die Schadstoffe nicht bwasserlöslich seien. Darin besteht auch der grundlegende Unterschied zu anderen Umweltschäden durch Altlasten. Erinnert sei an die ehemalige Großreinigung Hemesath an der Wiesenstraße in Kempen. Die Grundwasserbelastung durch chemische Stoffe bewegt sich – wie kürzlich erneut berichtet – ständig in Richtung Norden. Im Hagelkreuz sollen beispielsweise Grundstückseigentümer kein Brunnenwasser zur Gartenbewässerung nutzen. Solche Vorkehrungen sind im Umfeld der ehemaligen Tankstelle an der Mülhauser Straße nicht nötig.

Die jüngste Untersuchung durch ein Ingenieurbüro hat nach Angaben der Stadt keine gefährlichen Belastungen in der Raumluft des ehemaligen Wohnhauses ergeben. Es wird von einem Pflegedienst des Caritasverbandes als Stützpunkt genutzt.

Problematisch dürfte es erst dann werden, wenn das Wohnhaus abgerissen und der Parkplatz bebaut werden sollte. Derzeit gibt es dazu aber keine Pläne. Zuletzt hatte die Von-Broichhausen-Stiftung vor einigen Jahren geplant, dort eine Dependance für das Von-Broichhausen-Stift zu errichten. Im Zuge der Standort-Überlegungen war 2015 das Areal auf die Schadstoffbelastung gründlich untersucht worden. Aufgrund der vorhandenen Belastungen wurde das Grundstück nun mit Fördermittel des Landes erneut und vertiefend untersucht. Mit im Boot waren neben dem Kreis Viersen als zuständige Umweltbehörde auch die Bezirksregierung Düsseldorf.