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Kempen: Unruhen in Ägypten belasten Reisebüros

Kempen : Unruhen in Ägypten belasten Reisebüros

Die Unruhen in Ägypten sorgen auch in den Reisebüros der Region für teils chaotische Verhältnisse: In einigen Filialen war gestern nicht einmal eine Stellungnahme zu bekommen, da "zu viel los" war.

Eine rühmliche Ausnahme bildete Brigitte Thiel, Inhaberin des Vorster Reisebüros, die berichtete: "Es ist umgebucht worden, wir haben zur Zeit keine Flüge nach Ägypten." Zwischen 30 und 40 Reisen wurden in ihrem Büro umgebucht. "Selbst wenn die Veranstalter sagen, dass bei ihren Reisezielen nichts zu spüren ist, sind die Kunde verunsichert", sagt Thiel. "Viele warten noch ab, was in nächster Zeit passiert, aber andere wollen jetzt umbuchen, und meistens schaffen wir das auch."

Auch Joop Heggers bekannte: "Ja, es ist sehr stressig, jetzt Alternativen zu finden." Der Inhaber des Reisebüros Grefrath nahm sich aber ebenfalls ein paar Minuten Zeit, um die Lage zu schildern. Zehn bis 15 Umbuchungen habe es in den vergangenen Tagen gegeben, das sei "relativ viel", denn: "Die, die in den nächsten sieben bis zehn Tagen fliegen wollten, müssen ja stornieren", sagt Heggers. "Ich würde da selber jetzt auch nicht hinfliegen, egal, ob in den Süden oder in den Norden. Denn auch da, wo es jetzt noch ruhig ist, wird es irgendwann in den nächsten Wochen Versorgungsengpässe geben, weil das alles über Kairo läuft."

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Auch Kunden, die erst im April oder Mai nach Ägypten reisen wollten, kann Heggers nicht vorbehaltlos beruhigen - schließlich wüsste ja niemand, wie es dann in Nordafrika aussehe. "Die Leute sind natürlich verunsichert", berichtet Heggers. Er selbst lässt sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen: "Wir haben Erfahrung in solchen Situationen. Etwa wegen des Hochwassers in Australien oder politischen Unruhen in anderen Ländern.

Wir kriegen das hin." Erfahrungen haben allerdings auch einige Reiseveranstalter gemacht - und das nicht zum besseren Ende für die Kunden. "Die Veranstalter sind nicht mehr so kulant wie früher", weiß Heggers. "Spätestens seit dem Vulkanausbruch auf Island im April letzten Jahres haben die Veranstalter gemerkt, dass das viel Verlust bedeutet." Wo früher kostenlose Umbuchungen möglich waren, ginge das oft nicht mehr ohne weiteres. Doch Heggers beruhigt: Wir finden eine Lösung. Auf den kanarischen Inseln ist ja jetzt auch noch schönes Wetter." Seite C 5 Frage des Tages

(RP)