Umwelt-Demo am 20. September in Kempen und Willich

„Fridays für Future“ : Streiken, um die Welt zu retten

Für kommenden Freitag, 20. September, ruft die Initiative „Fridays for Future“ zum dritten weltweiten Klimastreik auf. In Kempen und Willich sind größere Aktionen geplant. Ein Überblick.

Seit einigen Monaten sind sie auch in Kempen und Willich aktiv: Umweltaktivisten versuchen, bei Freitagsdemonstrationen auf die Bedrohung der Welt durch Klimawandel und Umweltzerstörung hinzuweisen und die Bürger für ein stärkeres Umweltbewusstsein vor Ort zu sensibilisieren. Um eine auf Sicht drohende Klimakatastrophe zu verhindern, gehen die jungen Leute in den Streik. Sie verlassen freitags ihre Klassenzimmer, um ihre Klimaschutz-Forderungen vor aller Augen publik zu machen. Für kommenden Freitag, 20. September, propagiert die Bewegung zum dritten Mal einen weltweiten Klimastreik. Neu ist: Diesmal sollen nicht nur Azubis, Schüler und Studenten, sondern alle Bevölkerungs- und Berufsgruppen teilnehmen. In Deutschland wird die Aktion von einem breiten Aktionsbündnis unterstützt, darunter sind der Naturschutzbund (Nabu), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Diakonie, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).

Für Kempen und Willich sind größere Aktionen geplant. In Kempen hat sich ein Organisations-Team für die Zukunfts-Freitage gebildet, eine lose Gruppe um Elisabeth Aumeier, die sich auch überregional engagiert. „Eine Mischung aus Alt und Jung, wobei die Jungen überwiegen und deutlich den Ton angeben“, erläutert Mit-Initiatorin Maria Weihrauch-Disselkamp. An die Schulen in und um Kempen hat sie ein Schreiben verschickt, von ihr gemeinsam mit der 20-jährigen Esther Vermeulen verfasst, das für Freitag zum Mitdemonstrieren einlädt. Die Begründung: „Seit Jahrzehnten ducken sich Politik und Wirtschaft vor ihrer Verantwortung für einen konsequenten Klimaschutz weg. Die meisten Menschen scheinen ihren Lebensstil nicht ändern zu wollen. Damit endlich etwas passiert, sind lautstarke Bürger gefragt – egal, ob jung oder alt –, die an das Gewissen jedes Einzelnen appellieren.“ Die Resonanz ist positiv. So begrüßt der Leiter der Kempener Gesamtschule, Uwe Hötter, „das ehrliche und verantwortungsbewusste Engagement dieser jungen Menschen und anderer Bevölkerungsgruppen“. Von seiner Schule werden mehrere Lerngruppen mit ihren Lehrern mitgehen. Hötter: „Die Thematik wird im Unterricht intensiv behandelt.“ Hilfestellung bekommt die Aktion von der Evangelischen Kirchengemeinde. Pfarrer Michael Gallach hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der das Presbyterium den Protestierenden von „Fridays for Future“ „großen Respekt“ zollt und „das Anliegen der jungen Generation“ unterstützt: „Wir bitten die Mitglieder unserer Kirchengemeinde, ihr Engagement für Klimagerechtigkeit sowohl im persönlichen als auch im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben deutlich zu verstärken.“

Die Kempener Demonstration startet kommenden Freitag um 11.30 Uhr an der Bushaltestelle beim Thomaeum und biegt an der Peterstraße in die Altstadt ein. An der Heilig-Geist-Kapelle vorbei wird der Zug den Buttermarkt überqueren und durch das Kuhtor über den Ring ziehen, welcher in diesem Teil gesperrt werden wird, dann über die Franziskanerstraße weiter zum Burg-Parkplatz. Hier sollen auf einer Abschlusskundgebung verschiedene Redner sprechen, darunter Professor Klaus-Peter Hufer. Auch eine Live-Band wird erwartet. Für die Auftritte wird am Tag vorher von Mitarbeitern der Stadt eine Bühne aufgebaut. Die Tontechnik wird vom Ratsherrn Jeyaratnam Caniceus zur Verfügung gestellt. Für einen reibungslosen Ablauf legt das Orga-Team großen Wert auf enge Zusammenarbeit mit der Polizei.

Das Kempener Orga-Team zeigt sich enttäuscht, dass sich am 9. Juli in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause eine Ratsmehrheit aus CDU und FDP gegen die Ausrufung des Klimanotstands in Kempen ausgesprochen hat. Stattdessen soll „noch in diesem Jahr“ ein Workshop unter Mitwirkung von Experten zum Thema „Masterplan Klimaschutz der Stadt Kempen“ durchgeführt werden. Georg Lüdecke: „Die haben wohl noch nicht mitbekommen, dass es eine Minute vor zwölf ist!“ Lüdecke ist mehrfach aktiv. Gerade versucht er mit anderen, die drohende Fällung von zwölf Linden an der Hülser Straße zu verhindern, wo sich der Baumarkt Mobau-Pegels ansiedeln will.

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