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Udo Schiefner aus Kempen will erneut in Bundestag einziehen

Bundestagswahl im Kreis Viersen : Udo Schiefner will bodenständig bleiben

Der Kempener Udo Schiefner (SPD) ist seit 2013 Mitglied des Bundestags. Jetzt tritt er erneut an, um die Anliegen der Menschen im Kreis Viersen in Berlin zu vertreten. Für sie will er ein Ansprechpartner sein.

Die Tage werden kühler, bald gibt es im Hause Schiefner also wieder Sauerbraten. Oder eine kräftige Rindfleischsuppe. Oder Bohnen untereinander. Gerichte wie diese kocht Udo Schiefner in der kalten Jahrezeit besonders gern. Zu Hause in Kempen ist er fürs Kochen zuständig. Die Heimatküche passt zu Schiefner, der zwar seit 2013 dem Bundestag in Berlin angehört, aber nie die Bodenhaftung, den Bezug zum Kreis Viersen verloren hat. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen, das ist für mich ein schönes Stück Niederrhein“, sagt er. Deshalb wolle er auch die Arbeit für den Kreis Viersen, in dem er zu Hause ist, in Berlin fortsetzen.

Schiefner ist nicht abgehoben, man kann und darf ihn ansprechen, wenn er mit Ehefrau Daniela auf dem Buttermarkt eine Tasse Kaffee trinkt. Tatsächlich tun das immer wieder auch einige, sagt er. „Wenn man nicht nah bei den Menschen ist, ist man nicht geeignet, eine vernünftige Politik zu machen“, ist seine Devise. Überhaupt sprechen ihn die Menschen wegen unterschiedlichster Probleme an – etwa weil sie Probleme mit Ämtern und Behörden haben, als Handwerker wissen wollen, wo sie Zuschüsse bekommen, oder als Unternehmer fragen, wo es Gelder für Innovationen gibt. Für Schiefner ist das wichtig, weil er so erfährt, wo die Menschen im Kreis Viersen der Schuh drückt. Deshalb will er weitermachen, deshalb kandidiert er erneut: „Ich will Ansprechpartner bleiben für die Menschen hier, ihre Anliegen sind für mich der wichtigste Punkt.“ Von den Problemen der Menschen in ganz Deutschland erfährt er durch Petitionen: Rund 13.000 gehen pro Jahr beim Petitionsausschuss, dem Schiefner angehört, ein. Dort will er weiterhin tätig sein, „der Petitionsauschuss ist für mich ein Seismograph, um zu erfahren, wie Gesetze in der Praxis ankommen.“ Nicht immer sei das, was gut gemeint sei, auch gut gemacht, hat Schiefner dabei festgestellt. So manches Gesetz sei nach einem Petitionsverfahren schon geändert worden.

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Schiefner ist zudem Mitglied der Benelux- und der Zentralasien-Parlamentariergruppen im Bundestag, Vorsitzender des Pkw-Maut-Untersuchungsausschusses, Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss. Außerdem ist er als glühender Fan der Borussia Mönchengladbach stellvertretender Vorsitzender des Fohlen-Fanclubs der Abgeordneten im Bundestag.

Bei seiner politischen Arbeit helfe ihm, dass er über 40 Jahre kommunalpolitisch tätig gewesen sei, über 35 Jahre in einem Betrieb gearbeitet habe, erzählt Schiefner. „Da lernt man Politik von der Pike auf. Und man lernt im Betrieb die tagtäglichen Probleme der Menschen kennen, an den Maschinen, in der Führungsebene, im Betriebsrat.“

Das hat den Kempener geprägt. Schiefner absolvierte nach der Hauptschule ein Berufsgrundschuljahr für Chemie, schloss mit der Fachoberschulreife ab und machte eine Ausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten. Er arbeitete in der Qualitätssicherung einer Mönchengladbacher Brauerei, absolvierte gleichzeitig ein Fernstudium zum Qualitätssicherungstechniker, wurde Leiter der Qualitätssicherung in der Brauerei, bevor er in den Bundestag einzog. „Ich habe gearbeitet, Politik gemacht und ein Fernstudium absolviert“, sagt er. Und: „Ich bin ein Nutznießer sozialdemokratischer Politik, ein Hauptschüler mit zweitem Bildungsweg.“

Die Schwerpunkte der politischen Arbeit sieht Schiefner etwa im sozialen Wohnungsbau – Wohnraum müsse bezahlbar sein, sagt er. Pflegekräfte müssten gut bezahlt werden, und um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssten die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, „die Erde ist tot, wenn wir nichts tun.“ Doch Klimaschutz gehe nur mit den Menschen, nicht gegen sie. Durch Corona werde sich vieles verändern, etwa das Bild der Innenstädte, die man nicht ausbluten lassen dürfe. Mobilität sei ein Thema, doch Konzepte aus urbanen Räumen ließen sich nicht einfach auf den ländlichen Raum übertragen. Eigene Konzepte müssten her, sagt Schiefner, mit Sharing-Systemen, Bürgerbussen, Anruf-Sammel-Taxis, am besten grenzüberschreitend.

Auch mit 62 Jahren ist Schiefner noch voller Tatendrang, er denkt noch nicht an den Ruhestand: „Auch als Über-60-Jähriger kann man noch heiß auf Politik sein, um für die Menschen in diesem Kreis etwas zu bewegen.“