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TZN Kempen: Karlheinz Pohl - Experte für den Schritt in die Selbstständigkeit - geht in Ruhestand

Technologiezentrum Kempen : Experte für den Schritt in die Selbstständigkeit geht

Gründungsberater Karlheinz Pohl, seit 26 Jahren im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) in Kempen tätig, geht Ende dieses Jahres in Ruhestand.

Sein Rat ist für viele, die sich beruflich selbstständig machen, Gold wert: Seit 26 Jahren arbeitet Karlheinz Pohl als Berater für Existenzgründer im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) in Kempen. Mehr als 10.000 Beratungsgespräche hat der Wirtschaftsingenieur und ausgebildete Innovationsberater mit Menschen geführt, die ein Unternehmen gründen wollten. Viele davon hat er bei ihren ersten Schritten in die Selbstständigkeit begleitet. Ende dieses Jahres geht der gebürtige Westfale, der in Dülmen lebt, in den Ruhestand. Seinem Nachfolger Jan-Niclas Müller (33), den er bereits jetzt bei der Einarbeitung unterstützt, übergibt er ein wohl bestelltes Haus.

Pohl gehört seit Gründung des TZN vor 25 Jahren zum Führungsstab. TZN-Geschäftsführer Thomas Jablonski hält große Stücke auf seinen Mitarbeiter. Pohl ist ein Teamplayer, nicht nur im TZN selbst, sondern auch den vielen Ratsuchenden, die von außerhalb kommen, steht er mit seiner jahrelangen Erfahrung in Gründungsfragen zur Seite. Pohl strahlt Ruhe aus, hat Geduld mit seinen Gesprächspartnern, ist ein analytischer Kopf, der in den meisten Fällen schnell herausfindet, was für den Ratsuchenden den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern kann. Das Startercenter NRW Kreis Viersen im TZN hat Pohl zu einer ersten Adresse für Gründungswillige in der Region gemacht.

Pohl kann auf eine beeindruckende Bilanz als Innovations- und Gründungsberater zurückblicken. Seit das Land NRW im Jahre 2008 die Konzeption der Startercenter mit intensiver Gründungsberatung ins Leben rief, wurden nicht nur die Mieter im TZN in Kempen selbst, sondern alle Gründungswilligen aus den verschiedenen Bereichen beraten und in ihrer Startphase gecoacht. Dass der Kreis Viersen im Deutschland-Ranking der Gründungsintensität 2018 den 62. Platz unter 401 Regionen belegte – im Jahr zuvor sogar den 21. Platz –, unterstreicht, was im TZN für Gründer geleistet wurde. Zum Vergleich: Der Kreis Kleve erreicht nur Platz 158, der Kreis Wesel nur 211, Krefeld rangiert auf Platz 95.

Dass Pohls Arbeit erfolgreich ist, belegt eine andere Zahl: In den vergangenen zwölf Jahren wurden 891 Unternehmen mithilfe intensiver Beratung des Startercenters im Kreis Viersen gegründet. Davon existieren nach fünf Jahren noch 668, also 75 Prozent. Wenn durchschnittlich drei Personen in den gegründeten Firmen beschäftigt sind, wurden etwa 2000 Arbeitsplätze geschaffen. Zudem sorgen Existenzgründungen für neue Ideen und den notwendigen Strukturwandel und Wettbewerb.

Auf seinem Nachfolger Jan-Niclas Müller ruhen große Erwartungen. Der gebürtige Düsseldorfer, der jetzt in Mönchengladbach wohnt, absolvierte eine Ausbildung als Systemgastronom und machte sich nach einem BWL-Studium mit einer Box mit Motivtorten (Fondant) selbstständig. Als dies nicht mehr wie gewünscht lief, arbeitete er in einem Start-up in Düsseldorf mit. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Erfahrungen als selbstständiger Unternehmer, der um die Probleme eines Start-ups in der Gründungsphase weiß und der sich als engagierter Wirtschaftsförderer versteht. Seit 21. Oktober gehört er als Gründungsberater und Projektmanager zum Team des TZN in Kempen.