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TV St. Hubert feiert 50-jähriges Bestehen

St. Hubert : TV St. Hubert feiert 50-jähriges Bestehen

Der Turnverein ist aus dem Leben im Kendeldorf nicht mehr wegzudenken. Das Jubiläum wird am kommenden Wochenende gefeiert. Es gibt einen Festakt und einen Aktionstag. Ein Rückblick auf die Vereinsgeschichte.

Es fing alles am 5. Juli 1968 an, als Hildegard Küsters, Walter Gennert und Heinz Nüsken nachfragten und Einladungen zu einem kurzfristigen Treff verschickten. Ihr Ziel war es, einen Turnverein zu gründen. Der Turnverein (TV) St. Hubert wurde bereits acht Tage später von 30 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben. Jetzt ist die Zeit des Jubiläums gekommen. Die Feiern zum 50-jährigen Vereinsbestehen beginnen am kommenden Freitag, 7. September, um 19.30 Uhr mit einem großen Festabend im St. Huberter Forum. Und am kommenden Sonntag, 9. September, werden auf dem Marktplatz von 11 bis 15 Uhr viele Sport-, Bewegungs- und Spiele-Parcours zum Mitmachen angeboten.

In einer Chronik hat Claus Bussmann, der von 1994 bis 2016 TV-Vorsitzender war, die 50-jährige Vereinsgeschichte zusammengefasst. Er erinnert daran, dass in den Anfängen viele Gründungsmitglieder dem TuS St. Hubert angehört hatten. Und diese seinerzeit kritisierten, dass sich der TuS größtenteils nur um den Fußball kümmere und das Kinder- und Frauenturnen total vernachlässigte. Vor allem viele Frauen fanden dann im Turnverein eine neue sportliche Heimat.

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Erster Vorsitzender wurde 1968 Heinz Nüsken, der aber 1970 nicht wieder kandidierte. „Ich bin es leid, mir von der Damen-Abteilung weiterhin Vorschriften machen zu lassen, fühle mich sowieso nur noch als Vorsitzender eines reinen Damenclubs“, so hatte Nüsken damals seinen Verzicht erklärt. Claus Bussmann: „Dies war wahrscheinlich die einzige kritische Situation in der bisherigen Historie des Vereins.“

Auch wenn der Vorsitz in den Folgejahren mehrmals wechselte, schaffte es der TV, sich mit seinen Turngruppen und Angeboten in St. Hubert durchzusetzen. Dies verdeutlicht die Mitgliederentwicklung. Waren es 1968 schon 206 aktive Kinder und Erwachsene, ging diese Zahl bis 2003 kontinuierlich nach oben, so von 287 (1973) auf 400 (1983), 474 (1988), 550 (1993) auf 601 im Jahr 2003. Derzeit sind beim TV rund 460 jüngere und ältere Menschen in Bewegung. Mit Franziska Lange führt seit 2016 zum ersten Mal eine Frau den Verein als Vorsitzende.

Zurück zur Geschichte: Erste Versuche scheiterten, in den Anfängen eine eigene Schwimm- und Tischtennisabteilung aufzubauen. Auch eine Tanzgruppe für Mädchen funktionierte nur kurzfristig. Stattdessen boomte die lange von Erika Lemke geleitete und 1981 gegründete Behindertensportgruppe, die es auch heute noch gibt. Schwerpunkt blieb für den Verein stets der turnerische Breitensport mit seinen vielen Varianten.

Für Kontinuität und steigende Mitgliederzahlen sorgte das Team um Heinz Fleischer, der von 1976 bis 1994 den Verein als Vorsitzender führte. Begünstigt wurde der Aufwärtstrend von der Hallensituation, die sich entscheidend bereits 1976 mit der Fertigstellung der Zweifachturnhalle in St. Hubert verbessert hatte. Die Sportabzeichen-Abnahme kam in den folgenden Jahren dazu. Und auch gesellig hielt der TV seine Mitglieder durch sommerliche Radtouren, Ausflüge, Bootsfahrten, Weckmannessen und Sommerfeste zusammen. Heftig waren die Reaktionen, als 1990 vorübergehend die Turnhalle in Voesch für die Unterbringung von Aus- und Übersiedlern freigemacht werden musste; im September 1991 stand die Halle dann wieder zur Verfügung.

1994 kam es zur Wachablösung im Vorsitz. Damals übergab Heinz Fleischer, neuer Ehren-Vorsitzender, die Führung an Claus Bussmann, der für eine weitere Kontinuität sorgte. Der Verein blieb in einem ruhigen Fahrwasser, 2010 gab es allein 33 verschiedene Turngruppen. Es entstanden Kooperationen mit dem Kindergarten St. Raphael und mit der Gemeinschaftsgrundschule. 2011 konnten Asylbewerber beitragsfrei zunächst sechs Monate beim TV mitmachen.

Im Lauf der Zeit wurden von Vereinsmitgliedern mehrere neue Sportgruppen wie Kampfsport, Nordic Walking, Sunshine Fitness, Le Parcour oder Fit & Fun aus der Taufe gehoben. Schwierig wurde es meist, wenn beispielsweise wegen Renovierungen für die vielen Gruppen eine der drei Hallen im Kendeldorf vorübergehend nicht zur Verfügung stand. Lange und am Ende erfolgreich kämpfte der TV dafür, dass seinerzeit die Halle in Voesch weiter betrieben werden konnte.

Zu einigen tragenden Säulen des Vereins wurden Erika Lemke und Hansjochen Hein. Erika Lemke erhielt sogar das Bundesverdienstkreuz. 50 Jahre lang war Christine Martens als Übungsleiterin im Turnverein aktiv.