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Stadt Kempen: Traditionsgeschäft hat dicht gemacht

Stadt Kempen : Traditionsgeschäft hat dicht gemacht

Vor wenigen Tagen ging eine weitere Geschäftsära in Kempen zu Ende. Seit bald 140 Jahre existiert das Gardinen- und Ausstattungsgeschäft Schops an der Burgstraße. Nun kommt das Aus.

Heiner Schops und seine Schwester Hedi Winkels haben ihren Familienbetrieb in der Kempener Altstadt dicht gemacht. Begonnen hat alles mit Sattlerei und Polsterei. Damals gab es noch eine Werkstatt mit Ausstellungsraum an der Neustraße erinnert sich Hedi Winkels, die ältere der beiden Geschwister. Der Bereich Dekoration kam erst später dazu. "Unsere Mutter hatte Sinn für Schönes", sagt Hedi Winkels.

Den konnte sie dann richtig ausleben, als an der Burgstraße 1978 die neuen Räume entstanden. Hell großzügig, mit viel Platz für all die schönen Dinge zur Ausstattung von Haus und Heim. Bis zuletzt war ihre vor kurzem gestorbene Mutter immer noch gerne mit im Laden, so die Geschwister.

Heiner Schops trat 1979 in das elterliche Geschäft ein. Sein Bruder war gestorben und so trat er in dessen Fußstapfen. Er und seine Schwester teilten sich die Aufgaben. Während er viel unterwegs war, kümmerte sie sich um das Geschäft. Und viel unterwegs ist wirklich wörtlich gemeint.

Denn weder Schops noch seine Schwester scheuten es nicht, bei Bedarf noch nach Ladenschluss zu Kunden zu fahren, um dort für neue Gardinen auszumessen oder alte zum Waschen mitzunehmen. Auch dies wie auch Reparaturen wurden selbstverständlich in der eigenen Werkstatt gemacht. Auch wenn viele Bekannte der beiden den Kopf darüber schüttelten, dass sie sich das antun.

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Auf der anderen Seite ärgert sich Heiner Schops noch heute, dass viele Kempener nicht verstanden haben, dass das Geschäft samstags geschlossen war. "Der Mensch braucht auch mal Ruhe und Erholung", sagt er. Außerdem habe sich das Öffnen am Samstag durch das veränderte Kaufverhalten der Menschen nicht mehr gelohnt. Und seine Schwester ergänzt, dass alle sowieso wussten, dass die Schops-Geschwister eben halt auch abends oder wann es gerade passt, nach Hause kommen.

Am vergangenen Samstag war zum letzten Mal geöffnet. Mit befreundeten Textilläden hatten die Geschwister einen Ausverkauf organisiert. Aber danach schlossen die Beiden tatsächlich ein letztes Mal die Ladentür ab.

Aber damit ist die Arbeit noch lange nicht getan. Aus dem großen Ladenlokal mit seinen Ecken, Treppchen und Winkeln sollen zwei einzelne Geschäftsräume entstehen. Heiner Schops und seine Schwester Hedi Winkels sehen dies schon mit Bedauern. Aber sie wissen auch, dass ihr Handwerk eine Aussterbendes ist. Kaum jemand braucht heutzutage noch den Polsterer oder den Gardinendekorateur?

(sr)