Tote Schafe und ein angeblicher Wolf in Kempen und Grefrath: Warnung vor Panik

Tipps für Schafhalter : Tote Schafe und ein angeblicher Wolf: Warnung vor Panik

Landesamt empfiehlt zur Abwehr von Wölfen ganz spezielle Zäune, deren Anschaffung zu hundert Prozent gefördert wird.

Der Fall mit den vier toten Lämmern, die zwischen Kempen und Grefrath angeblich von einem Wolf gerissen worden sind, ist nicht mehr zu klären. Die Kadaver sind beseitigt worden, es können keine Gewebeproben mehr entnommen werden. Was bleibt, ist die Verunsicherung der Tierhalter. Treibt sich in der Region ein Wolf herum, der für weitere Schäden sorgen könnte? Oder hat der Tod der Schafe eine andere Ursache?

Die letzte dokumentiere Anwesenheit eines Wolfes datiert vom 4. Februar und stammt aus Schermbeck. Es ist durch Gewebeproben nachgewiesen, dass eine ortstreue Wölfin aus diesem Gebiet Ende Dezember in Voerde Schafe gerissen hat. Ob diese Wölfin auch für die getöteten Tiere zwischen Kempen und Grefrath verantwortlich ist, bleibt der Spekulation überlassen. Ebenso die Frage, ob es in Zukunft weitere Zwischenfälle geben wird.

Die Halter von Schafen (oder auch Ziegen) können jedoch vorbeugen und das Ihrige dazu beitragen, die Wölfe von ihren Tieren fernzuhalten. Wer neben dem anerkannten Wolfsgebiet Schermbeck in einer so genannten Pufferzone bei Kempen lebt, bekommt vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) die Empfehlung, sich einen geeigneten Zaun anzuschaffen, und zwar einen wolfsabweisenden, der ganz spezielle Abwehrnetze enthält. Die Anschaffung solcher Zäune wird zu hundert Prozent gefördert, teilt das Amt mit.

Kosten für Schäden, die nachweislich durch Wölfe verursacht werden oder geworden sind, werden erstattet, heißt es weiter. Das gilt auch für Tierarztkosten. Es gibt auch speziell geschulte Wolfsberater, an die man sich jederzeit wenden kann und die kompetent weiterhelfen.

Das Landesamt hat unter wolf.nrw.de zahlreiche Tipps und Ratschläge zusammengestellt. Das Land verfügt inzwischen über ein Netz von über 70 Wolfsberatern. Das sind Jäger, Naturschützer, Tierärzte oder Förster, die sich dieser Aufgabe ehrenamtlich widmen. LANUV listet die Ansprechpartner für die einzelnen Regionen auf. Für den Kreis Viersen ist das Regionalforstamt Niederrhein zuständig, namentlich sind das Hans-Friedrich Sievert, Telefon 02852 94211, und Peter Sprenger, 0171 5870170.

In den sozialen Netzwerken warnen Nutzer vor einer voreiligen Panikmache: Es sei schließlich überhaupt nicht nachgewiesen, ob tatsächlich ein Wolf für die toten Tiere verantwortlich sei. Dieser Beweis wird sich auch nicht mehr führen lassen. Verwunderlich sei auch, meinte ein anderer Schreiber, dass die Kadaver so einfach entsorgt worden sind, ohne sie vorher behördlich begutachten zu lassen.