Tönisberger Verein „Freunde von Mount Rosary“ unterstützt Hilfsprojekt in Südindien

Mein Verein: Engagierte Freunde von Mount Rosary

Nachbarn aus Tönisberg unterstützen seit 20 Jahren ein Patenkinder-Projekt in Südindien.

Es ist eine Zahl, die sie selbst ein wenig fassungslos macht: Fast eine halbe Million Euro hat der Tönisberger Verein „Freunde von Mount Rosary“ in den vergangenen 20 Jahren für ein Hilfsprojekt in Südindien gesammelt. 1998 wurde der kleine Verein mit aktuell nur zehn Mitgliedern gegründet. Aber der Unterstützerkreis ist deutlich größer. Allein 100 Personen spenden regelmäßig. Häufig sind auch Einzelspenden aus Anlass eines Geburtstags, Jubiläums oder Trauerfalls. Der Verein ist nicht im Vereinsregister eingetragen, aber vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt, so dass Spendenbescheinigungen ausgestellt werden können.

Örtlich verankert und bekannt ist das Projekt hauptsächlich in Tönisberg. Es funktioniert vor allem auf persönlicher Ebene, auf der Bekanntheit und dem Vertrauen in die Personen vor Ort. Die Initiatoren und Gründer des Vereins, das Ehepaar Anna und Alfons Rasche (beide 64) und Franz-Josef Heurs (77) sind waschechte Tönisberger. Die drei sind Nachbarn, wohnen in der Siedlung Neufeldheide am Rand des Bergdorfs. Alle sind Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde vor Ort.

Anne Rasche, Franz-Josef Heurs und Alfons Rasche (v.l.n.r.) sind nicht nur Nachbarn, sondern auch die treibenden Kräfte des Vereins. Foto: Norbert Prümen

Bereits 1990 begann Franz-Josef Heurs über Action Medeor Medikamente für die Einrichtung „Mount Rosary“ in Südindien zu sammeln. Über eine Bekannte seiner Frau hatte er von der Station mit ihrem Patenkinder-Programm erfahren. „Das waren ganz bescheidene Anfänge“, sagt der gelernte Schriftsetzer. 1998 gründet er gemeinsam mit dem Ehepaar Rasche den Verein, dessen Vorsitzender seitdem Alfons Rasche ist.

Martin Thiele (rechts) aus St. Hubert gehört zu den Unterstützern der „Freunde von Mount Rosary“. Er war selbst einmal mit vor Ort. Foto: Alfoms Rasche/Alfons Rasche

Soziales Engagement ist für die Rasches, die neben ihren beiden leiblichen Kindern zwei Adoptivkinder aufzogen, irgendwie eine Selbstverständlichkeit. „Die Beiden, das war für mich wie ein Sechser im Lotto“, sagt Franz-Josef Heurs. Aus den Medikamentenspenden wurden schnell Geldüberweisungen. „Das Geld geht ohne jede Kürzungen nach Indien. Alle Nebenkosten oder auch Reisen zahlen wir selbst“, sagt Anna Rasche.

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Die karitativen Einrichtungen vom „Rosenkranzberg“ gibt es schon seit mehr als 75 Jahren. Sie befinden sich in Moodbidri in der Nähe von Mangalore im tropischen und heißen Südwesten Indiens. 1990 gründete der katholische Priester Monignore Edwin Pinto dort den Schwesternorden „Helpers of Mount Rosary“.

Die jungen Frauen erfahren zunächst eine sehr gute Ausbildung. Ihr Wissen geben sie anschließend in vielfältiger Weise weiter. „Die Schwestern unterstüzen vor allem die Frauen, die in Indien eh einen schweren Stand haben“, sagt Alfons Rasche. Die Rasches erzählen von beinahe 80 Selbsthilfegruppen, in denen die Schwestern in den umliegenden Dörfern Unterweisungen in Hygiene, Kindererziehung, Gartenpflege oder Gesundheitsvorsorge geben. Auf dem Gelände der Einrichtung befinden sich ein Hospital, ein Altenheim und ein Armenhaus, die von dem Orden betrieben werden. Bekannt wurde die Einrichtung auch wegen der Patenschaften für hilfsbedürftige Kinder. „Das wird sich glücklicherweise reduzieren, weil es ein Selbstläufer wird“, erläutert Alfons Rasche. Denn die ehemaligen Patenkinder seien verpflichtet, nach Abschluss ihrer Ausbildung selbst eine Patenschaft zu übernehmen.

2010 reisten die Rasches zum ersten Mal nach Indien. Der Empfang, der ihnen dort bereitet wurde, sei überwältigend gewesen. „Wir saßen auf goldenen Plastikstühlen“, erinnern sich die Beiden schmunzelnd. Da galt es auch, überzogene Vorstellungen gerade zu rücken: „In Indien dachte man, wir alle seien Millionäre.“ Mehrere weitere Besuche folgten, die menschlichen Kontakte vertieften sich. Zu der Generaloberin des Ordens, Schwester Prescilla D’Mello und zum mittlerweile 86-jährigen Vater Pinto, wie sie ihn nennen, pflegen die Beiden ein enges freundschaftliches Verhältnis. „Das ist Seelenverwandschaft“, sagen sie, und fügen hinzu, dass der Name Freunde von Mount Rosary eben keine Floskel sei.
www.mount-rosary.de

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