Stadt Kempen: Tönisberger Geschichtsbuch

Stadt Kempen: Tönisberger Geschichtsbuch

Der Heimatverein rückt die Geschichte des Bergdorfs in den Blickpunkt: Gruppen sollen die Bockwindmühle öfter besichtigen können, Friedhelm Weinforth eine Ortsgeschichte schreiben. Josef Reuter ist nun Ehrenvorsitzender.

Die Besichtigung der Bockwindmühle, die Teilnahme am Kartoffeltreff und am Adventsmarkt, der Tag der offenen Mühlen zu Pfingsten oder das Highlight des vergangenen Jahres, die Matinee "725 Jahre Vinnbrück" – Vorsitzender Manfred Schwanitz schaute auf der Jahresversammlung des Heimatvereins Tönisberg am Mittwochabend auf 2009 zurück und lobte die rege Teilnahme an den verschiedenen Aktivitäten.

Mühle öfter für Gruppen öffnen

Dabei machte Schwanitz vor rund 50 erschienenen Mitgliedern klar, dass der Blick in diesem Jahr besonders auf die Bockwindmühle gerichtet ist. Sie ist eine von nur zwei solcher Mühlen am Niederrhein und "ein Wahrzeichen von Tönisberg, das wir mehr in den Mittelpunkt rücken möchten", betonte er. Die Nutzungsrechte der Mühle, die sich im Besitz der Stadt Kempen befindet, liegen beim Heimatverein, der mehr Aktivitäten rund um die Mühle ins Leben rufen will. Neben dem beliebten, traditionellen Tag der offenen Mühlen zu Pfingsten möchte er interessierten Gruppen jederzeit einen Besuch der Mühle ermöglichen. Rund 14 Gruppen besichtigten das historische Bauwerk im letzten Jahr. Der Verein hofft, die Zahl steigern zu können.

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Der Vorschlag des Vorstands, einen Geschichtsband über Tönisberg zu schaffen, stieß bei der Versammlung auf breite Zustimmung. Zu dem Thema sprach der heimische Historiker Dr. Friedhelm Weinforth, Autor und Redakteur der zweibändigen Kempener Stadtgeschichte von 1994. Das Buch über Tönisberg soll auf eine Arbeitszeit von sieben Jahren angelegt sein, da eine umfangreiche Recherche erforderlich sein wird. Der Beschluss für solch ein historisches Dokument ist nun gefasst. Jetzt geht es daran, die Arbeit einzuteilen und die Kosten zu ermitteln.

Erfreut zeigte sich Vorsitzender Schwanitz, dass sich mehrere Mitglieder aus der Versammlung spontan zur Mitarbeit im Vorstand bereit erklärten. Auch wenn die Bockwindmühle und das Buchprojekt nun im Blickpunkt stehen, so ist das Fernziel eines eigenen Heimathauses nicht verloren gegangen. Nach wie vor soll es im Laufe der Jahre realisiert werden. Die Mitglieder wählten Peter Thissen zum neuen Beisitzer. Zudem ernannte der Verein den ehemaligen Vorsitzenden Dr. Josef Reuter, der das Amt zehn Jahre inne hatte, zum Ehrenvorsitzenden. Finanziell steht der Heimatverein auf soliden Füßen; die Mitgliederzahl blieb mit 308 konstant. "Wir wollen durch Aktionen neue Mitglieder werben", kündigte Schwanitz an. Mit einem 30-minütigen Film "Der Zweite Weltkrieg im Kreis Viersen" endete die Versammlung in der Alten Scheune.

(RP)