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Tönisberg: Mehr Blühendes für alten Spielplatz

Tönisberger verärgert : Mehr Blühendes für alten Spielplatz

Der unansehnliche Zustand des ehemaligen Spielplatzes am Windmühlenweg in Tönisberg verärgerte einige Anwohner. Der Spielplatz ist längst aufgegeben, Grün überwucherte alles. Nun wurde das Grünflächenamt aktiv und sorgte zumindest schon mal für einen Rückschnitt.

„Wir mögen diesen grünen Winkel, der mitten in unserem Wohngebiet liegt. Es ist ein nettes Eckchen, aber leider verwahrlost. Wir wüssten es gerne wieder etwas attraktiver gestaltet“, sagt Margret Vieregge. Dabei blickt die Anwohnerin vom Windmühlenweg in Tönisberg mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck um sich. Inmitten einer kleinen Grünanlage, die einst ein Spielplatzgelände war, sieht es etwas trostlos aus.

Neben einem Mülleimer stehen zwei von Moos und Flechten überzogene Bänke, die bereits ein bisschen marode wirken. Vor den Bänken befindet sich ein gemauertes Rechteck, das einst den Sandkasten beherbergte. Statt Sandfläche wachsen ein paar mickrig wirkende Sträucher in dem Kasten. Ebenso wenig attraktiv wirkt die Fläche, auf der früher Spielgeräte wie Rutsche oder Klettergerüst Kinder zum Spielen einluden. Der Sandboden ist von einigen Gräsern durchzogen, die aber nicht dicht genug wachsen, um wirklich eine Rasenfläche darzustellen.

„Das ist doch ein Magerboden. Das wäre der ideale Untergrund für eine Blühwiese für Insekten. Es wäre generell schön, wenn wir auf der städtischen Anlage zusätzliche Pflanzen hätten, die über das Jahr versetzt blühen. Manchmal juckt es mich in den Fingern, hier selbst tätig zu werden, um alles ein wenig schöner und ansprechender zu gestalten“, sagt Margret Vieregge. Hätte die Verlängerungsschnur vom eigenen Hochdruckgerät gereicht, so hätte die engagierte Tönisbergerin die beiden Bänke bereits in Eigenregie gesäubert.

Die Anwohnerin ist dabei nicht die Einzige, der die ehemalige Spielplatzanlage im aktuellen Zustand missfällt. Seitdem die Spielgeräte abgebaut wurden, weil der für zwei- bis sechsjährige Kinder ausgerichtete Spielplatz als solcher nicht mehr benötigt wurde, tut sich nichts mehr. In den Augen der Anwohner verkommt die Anlage. „Das ist wirklich schade. Diese grüne Ecke könnte mit wenigen Mitteln in Form von weiteren Pflanzen gut aufgewertet werden“, meint Anwohnerin Ute Niehaus, deren eigener Garten direkt an die städtische Fläche grenzt.

Vor einem Jahr gab es aufgrund der Intervention der Politik von der Kempener Stadtverwaltung die Zusage, den Platz freundlicher zu gestalten. Doch bis zuletzt hatte sich dort nichts getan. „Der ehemalige Spielplatz am Windmühlenweg gehört mit zur Konzeption ,Spiel, Bewegung, Aufenthalt’. Wir betrachten den Freiraum im gesamten Stadtgebiet für alle Generationen. Alle Orte wurden bereits begutachtet. Es wird an Planungen für die verschiedenen Bereiche gearbeitet“, sagt Patricia Schürmann, die Amtsleiterin des Grünflächenamts. Es soll ein großes, zukunftsfähiges Konzept entstehen, das die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen berücksichtigt. Unüberlegte Schnellschüsse seien dabei nicht erwünscht, so Schürmann. Daher werde sich an der Anlage am Windmühlenweg derzeit nicht ändern. Allerdings war das Grünflächenamt der Stadt Kempen im Zuge der turnusmäßigen Pflegearbeiten in den vergangenen Tagen vor Ort. Die Sträucher auf dem ehemaligen Spielplatz wurden zurückgeschnitten. Damit sieht der Platz schon ein Stückchen gepflegter aus.